::::: Dezember 2011
Kunstfestival • • • Alle Jahre wieder findet das Kunstfestival von CasaSito statt. Neben weiteren Organisationen nimmt auch EducArte daran teil.
Unter Anleitung von Kunstlehrer Rony Quiñonez arbeiten 26 Kinder unterschiedlicher Altersklassen an ihren jeweiligen Werken...mit sehr großem Erfolg, denn 8 von ihnen gewinnen in den verschiedenen Kategorien. Außerdem erhält EducArte den ersten Preis für das Gemeinschaftskunstwerk. Jede Organisation muss außerdem einen Bühnenauftritt vorbereiten.
Die EducArte-Kids präsentieren mit Direktorin Alejandra eine Art “Stomp Choreographie”. Dabei benutzen sie Hände und Füße sowie alltägliche Gegenstände, um rhythmisch Musik zu machen. Alle Werke findet ihr in der Gallerie unter dem Newsletter auf unserer Internetseite www.educarte-guatemala.org.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Christoph und Katharina Probst sowie ihren Familien und Freunden, deren Spende den Kauf der Kunstmaterialien und somit die Teilnahme erst ermöglicht hat. Die Spende war ausreichend, um sogar unsere Weihnachtsfest ganz groß zu feiern. Danke schön.
Zeugnisübergabe • • • Sehr emotional ging es bei der Zeugnisübergabe zu. Schließlich verabschieden sich einige Kinder von EducArte. Manche besuchen nach der Vorschule andere Grundschulen und zwei Schülerinnen haben in diesem Jahr die Grundschule erfolgreich abgeschlossen und bedanken sich für die wundervolle Zeit bei EducArte.
Plätzchenbacken • • • Als Abschlussaktivität des Ferienclubs wird die “Weihnachtsbäckerei-EducArte” eröffnet.
Vier Tage lang wird eifrig gewogen, geknetet und Plätzchen geformt. Sogar die ganz Kleinen sind fleißig, stechen Formen aus und verzieren die fertig gebackenen Plätzchen. Die Plätzchen werden jedoch nicht gleich verzehrt, sondern aufgehoben. In den Genuss kommen die Kinder erst bei der Weihnachtsfeier, wo jeder sein Beutelchen voller Weihnachtsplätzchen mit nach Hause nehmen darf. Gemeinsam mit Paulo von CasaSito moderiert Fressy das Festival.
Weihnachtsfeier • • • Und wieder ist ein Jahr vergangen und EducArte blickt zufrieden zurück. Wir haben viel geschafft in diesem Jahr und darauf sind wir sehr stolz. Aber es gibt noch etwas zu feiern. EducArte hat nämlich sein 10- jähriges Jubileum.
Auch wenn EducArte erst im Jahr 2002 die Arbeit als Stiftung aufnahm, so haben die ersten Aktivitäten mit den Kindern schon viel früher begonnen. Das soll gefeiert werden. Dafür dürfen wir den Gemeindesaal in Ciudad Vieja benutzen. Dort wird ein buntes Programm präsentiert und anschließend gemeinsam gegessen. Am Ende dürfen die Kinder ihre Bastelarbeiten aus dem Ferienclub mit nach Hause nehmen. Doch der Höhepunkt des Festes ist die Überraschungsaufführung des “Grinch”. Unter Anleitung von Rafael Hernández arbeiten die Kinder lediglich zwei Wochen an dem Stück und bringen ein wunderschönes und sehr lustiges Improvisationstheater auf die Bühne. Neben all der künstlerischen und musikalischen Darstellungen versäumte es EducArte nicht, sich einmal mehr bei drei Organisationen zu bedanken. CasaSito, Fundación Los Niños und Spongo die Kinderstiftung bringen uns sehr großes Vertrauen entgegen, indem sie unsere Arbeit unterstützen. Dafür möchte sich EducArte ganz herzlich und symbolisch mit einer Urkunde bedanken.
Unser Dank gilt aber selbstverständlich auch unseren Freunden, denen, die uns und die Kinder mit einer Patenschaft unterstützen, die anderweitig für EducArte spenden, die freiwillig helfen, die unsere Newsletter lesen, die von uns erzählen, den Kinder, die zu uns kommen, deren Familien und vor allem auch unserem tollen Arbeitsteam. Ohne all diese Menschen wäre die Arbeit von EducArte nicht möglich. Vielen Dank.
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::::: November 2011
“Ferienclub” • • • Die Ferien haben begonnen und mehr als 70 Kinder haben sich im Ferienclub eingeschrieben. Morgens kommen die “Kleinen” und nachmittags die “Großen” zu den jeweiligen Ferienangeboten. Dazu gehören: Zeichnen und Malen, Basteln, Sport, Recycling- Kunst, Tanz und Spiele.
Neben den altbekannten EducArte-Kids sind in diesem Jahr auch viele neue Kinder und damit auch neue Energie dazugekommen.
An vier Tagen in der Woche gibt es Ferienveranstaltungen und freitags wird für Lehrerweiterbildungen und Planung freigehalten.
Ebenso Teil des Ferienprogrammes sind die wöchentlichen Exkursionen. Jede Woche wird eine Fabrik, ein Betrieb oder eine Farm vorgestellt, um den Kindern bestimmte Arbeitsprozesse und Aufgabenfelder nahezubringen.
Zu Fuß oder mit dem Auto besuchen wir einen Betrieb, der Gemüse exportiert, eine Marmeladen- und eine Teppichfabrik und eine Macadamiafarm. Die Kinder sind begeistert. Es ist eine sehr schöne und aufregende Erfahrung für alle Beteiligten.
Wir denken über “Gender” nach • • • An fünf Sonntagen kommen acht junge Mädchen bei EducArte zusammen, um sich unter der Leitung von Direktorin Alejandra mit dem Thema “Gender” auseinanderzusetzen.
Auf den Straßen Ciudad Viejas machen sie Umfragen zum Thema. Es handelt sich dabei um Fragen zu Stereotypen, z.B. wer das Sagen im Haus habe und vor allem Fragen zu Gewalt und Rechten. Die Gruppe bringt erschütternde Ergebnisse zusammen, von denen hier nur drei kurz genannt werden sollen: Einmal heißt es, dass Belästigung auf der Straße noch keine Gewalt sei, solange man niemanden anfasse. Eine weitere Antwort war, dass Frauen erst ein Recht auf Gesundheit haben, wenn sie verheiratet sind. Anderen geben an, dass Mädchen erst zu Hausfrauen erzogen werden müssen und dann eventuell Zugang zu Bildung erhalten sollten. Schockierend ist außerdem die Tatsache, dass sowohl Männer als auch Frauen derartige Äußerungen machen.
Abgesehen von den Umfragen und deren gemeinschaftliche Auswertung und Diskussion, erhalten die Mädchen Sexualkunde. In der letzten Sitzung wird ein Dokumentarfilm über eine Guatemaltekin gezeigt, die darum kämpft, dass der Mörder ihrer Schwester für sein Verbrechen bestraft wird. Im Anschluss an diesen aufwühlenden Film wird mithilfe einer Geschichte über ein Mädchen diskutiert, wann Gewalt stattfindet und wie man frühzeitig Situationen erkennt, die zu Gewalt führen können.
Stolz nehmen die acht Teilnehmerinnen ihr Diplom entgegen und feiern dies in einer Abschlussveranstaltung mit ihren Eltern bei EducArte. Gleichzeitig dient der Workshop auch zur Vorbereitung eines fünftägigen Intensiv-Workshops mit einer Gruppe USamerikanischer Studentinnen, die ausschließlich für diese Veranstaltung nach Guatemala gereist ist.
“Nein!” zur Gewalt gegen Frauen • • • Für eine Woche sind sie nach Guatemala gekommen, um EducArte kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen, wie Frauen in einer anderen Kultur leben. Gemeinsam mit Alejandras Workshopgruppe verbringen die Studentinnen fünf Tage, lernen sich kennen, tauschen sich aus und arbeiten zu verschieden “Gender”-Aspekten. Jeder Tag hat ein bestimmtes Thema, nach dem sich die verschiedenen Aktivitäten richten.
Erstes Thema ist: Gesundheit. Dazu besuchen sie die Asociación Manos Abiertas (dt. Offene Hände) in Ciudad Vieja, die Frauen Aufklärung zur Familienplanung, gynäkologische Untersuchungen, Schwangerschaftsbegleitung und Geburtshilfe anbieten. Das Dienstagsthema heißt: “Die Entwicklung der Frau”. Hierfür fährt die Gruppe in die Gemeinde Santiago Zamora und lernt die dortige Frauenkooperation der Weberinnen kennen.
Mittwoch gilt der Sexualkunde und am Donnerstag wird mittels eines Dokumentarfilms Gewalt thematisiert. Am Abend dieses Donnertags feiern alle gemeinsam den amerikanischen Feiertag Thanksgiving.
Höhepunkt aller vorherigen Veranstaltungen ist die alljährliche Demonstration gegen die Gewalt gegen Frauen am Freitag, den 25. November. Vor allem in der Hauptstadt wird an diesem Tag demonstriert, doch EducArte ist der Meinung, dass es ebenso dringend notwendig ist, die Bevölkerung in Ciudad Vieja auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Schließlich gibt es genau hier in unserer Gemeinde ein besonders hohes Vorkommen innerfamiliärer sowie sexueller Gewalt. Mit Bannern und Schildern laufen wir durch die Straßen und verlesen über Lautsprecher, was als Gewalt zu bezeichnen ist und dass Frauen Rechte haben. “Wir sind nicht einverstanden und wir tolerieren keine Form von Gewalt” lautet die allgemeine Botschaft.
Schon jetzt gaben die Studentinnen bekannt, dass sie diese Reise im Jahr 2013 wiederholen möchten. Noch am selben Abend spricht Direktorin Alejandra in einer anderen Einrichtung über die Gewalt gegen Frauen in Sacatepéquez (dem Departamento, dem Antigua und Ciudad Vieja angehören) |
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::::: Oktober 2011
“Kindertag” Kindertag wird in Guatemala am 1. Oktober gefeiert, ein Samstag in diesem Jahr. Durch die mit Luftballons geschmückte Tür hindurch finden sich die Kinder bei EducArte ein. Zu Beginn werden verschiedene Bewegungsspiele durchgeführt, um die Kinder zu entspannen und auf den eigentlichen Höhepunkt vorzubereiten.
Wir sehen uns einen Film an. Oben im Konferenz- und Gruppenraum machen es sich alle auf dem Boden bequem. Die Fenster sind verhangen und im Dunkel ist nur noch leises Kichern und das Knuspern von Popcorn zu hören.
Wir sehen uns die Neuverfilmung der Schlümpfe an und auch wenn die Aufmerksamkeit der Kinder zum Ende des Films hin etwas nachlässt, genießen doch alle einen schönen Nachmittag.
Festival bei “Los Patojos” Jedes Jahr veranstaltet die Organsation “Los Patojos” ein Kunstfestival, zu dem auch Kinder von anderen Einrichtungen eingeladen werden. Neun Jungs und Mädchen von EducArte sind auch dabei. An drei Tagen nehmen die Kinder an verschiedenen Workshops teil und präsentieren am vierten Tag ihre Ergebnisse vor Publikum.
Am ersten Tag stellen sich die Leiter der jeweiligen Arbeitsgruppen vor. Dazu gehören: Break Dance, Fotografie, Jonglieren, Grafik Design, Musik und Theater. Die Kinder sollten sich bereits vorab für eine Gruppe entscheiden. Allerdings hätte man wohl, vor allem den Mädels, vorher die Übungsleiter vorstellen sollen.
Nachdem die Workshops mit den Verantwortlichen präsentiert worden waren, änderte dann doch die eine oder andere ihre Meinung. Der Großteil versuchte sich daher in Break Dance und die anderen lernten Jonglieren.
"Rebellische Nacht" “Eine rebellische Nacht guatemaltekischen und lateinamerikanischen Gesangs und Poesie, mit Worten und Gefühlen, die des Traums und der Aussicht auf ein anderes Guatemala entstammen.” So wurde die Veranstaltung bei EducArte angekündigt und durchgeführt. Die Anwesenden erlebten einen wundervollen und nachdenklichen Abend.
“Halloween” Auch Guatemala feiert Halloween, zumindest tut das EducArte Jahr für Jahr.
Dieses Mal ist das Fest auch gleichzeitig Abschied von der Schule und Einstieg ins Ferienprogramm. Die Kinder von EducArte und auch neu hinzugekommene verbringen gemeinsam und kostümiert einen Nachmittag voller Spaß und Spiele. |
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::::: September 2011
“Tag der Unabhängigkeit” Wie jedes Jahr feiern die Schulen den Tag der Unabhängigkeit bereits am 14. September, einen Tag vorher. So auch EducArte. Man versammelt sich im Park von Antigua, wo der zivile Akt und verschiedene Spiele stattfinden, die Fackel wird entzündet und zurück nach Ciudad Vieja getragen.
Im Vorhinein wird jedoch kritisch betrachtet, was eigentlich gefeiert wird. Es heißt: Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität. Doch wie unabhängig und souverän ist das Land Guatemala wirklich? Wie frei sind seine Bewohner? Was hat Guatemala an diesem 15. September wirklich zu feiern?
Auch wenn es Vorwärtsschritte gibt, die man keinesfalls verleugnen kann und darf, so ist es offenbar noch ein weiter Weg bis sich das guatemaltekische Volk wirklich frei und unabhängig nennen kann. Aus diesem Grund soll der Unabhängigkeitslauf mit der Fackel ein Lauf der Hoffnung sein, Hoffnung auf wirkliche Freiheit, Hoffnung auf Verbesserung.
“Tag des Friedens” Am 21. September ist Tag des Friedens und dafür begibt sich EducArte zur Plaza in Ciudad Vieja, um den Leuten diesen Tag nahezubringen.
In vier Gruppen eingeteilt arbeiten die Teilnehmer gemeinsam zu ihrem jeweiligen Element: Erde, Wasser, Feuer und Wind, denn Frieden mit dem Planeten wird als Grundlage festgelegt. Im Anschluss erhält jede Gruppe einen Spruch, den es zu interpretieren gilt. Gemeinsam erarbeiten sie ein Plakat zum Thema. Die Kinder verteilen weiße Stoffbänder als Symbol des Friedens an die Passanten und laden diese ins “Friedensmuseum” ein, wo die jeweiligen Gruppen statuenhaft präsentieren, was Frieden für sie bedeutet.
“Kultureller Überfall” Thema dieses Überfalls ist “Selbstschutz”, um sexuellem Mißbrauch vorzubeugen. Dabei wird den Kindern mithife verschiedener Übungen nahegebracht, auf ihren Körper zu hören, unangenehme Gefühle wahrzunehmen und dementsprechend zu reagieren.
Sexueller Mißbrauch ist ein äußerst wichtiges Thema, da er leider für sehr viele Kinder in Guatemala traurige Realität ist. Die einzelnen Übungen zeigen, wie schwer es den Kindern fällt, ihre eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen und die der anderen wahrzunehmen.
“Workshop mit Bianca” Vor drei Jahren war sie das letzte Mal in Guatemala und hat dabei auch EducArte kennengelernt. Nun war die Psychologiestudentin aus Gießen fast fünf Wochen zu Besuch und veranstaltete einen kleinen Workshop mit acht EducArte-Kids. Gemeinsam gestalten sie einen Kalender für das Jahr 2012. “Typisch Guatemala” ist dabei die einzige Vorgabe. Die Kinder malen, kleben, gehen auf die Straße und machen Fotos. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und das soll es natürlich auch.
Wir sind sehr stolz auf unsere kleinen Künstler, die alle zwischen 5 und 9 Jahren alt sind.
EducArte und vor allem die Teilnehmer des Workshops möchten sich recht herzlich bei Bianca, die inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist, für die Zeit und Geduld bedanken. Außerdem gilt der Dank auch Marika Lamprecht aus Uichteritz in Sachsen-Anhalt, deren großzügige Spende dieses Projekt finanziell erst möglich gemacht hat.
Selbstverständlich lassen wir euch so bald wie möglich wissen, wo der Kalender in Deutschland erhältlich ist.
“Schwangerschaftsprävention” Am 26. September ist der internationale Tag der Prävention von Schwangerschaften im Kindes-und Jugendalter. In Lateinamerika und vor allem in Guatemala ist die Zahl der ungewollten Schwangerschaften bei jungen Mädchen höchst alarmierend. Viele sind erst 13 oder 14 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind zur Welt bringen und besiegeln somit oft eine Zukunft in Armut, ohne Hoffnung auf Bildung und damit auf eine Verbesserung ihrer Lebenslage.
Zu diesem Anlass wurden EducArte und eine weitere Organisation in ein Gesundheitsprojekt eingeladen, um diese ernste Angelegenheit zu einem wichtigen Thema zu machen. Während die Organisation Alas/ Wings, mit den Jugendlichen arbeitete und anschließend eine Gesundheitsmesse mit Spielen und Fragen zum Thema organisierte, sprach EducArte mit ungefähr 35 Frauen und 2 Männern zu dem Thema “Was können wir als Eltern tun, um eine ungewollte Schwangerschaft bzw. Vaterschaft unser Kinder zu verhindern?”.
Es ist immer ein wenig heikel Sexualität und vor allem Verhütungsmethoden zum Thema zu machen. Man weiß nie, wie die Leute reagieren. Offenbar hatten wir Glück, denn alle Anwesenden im Raum hatten Eines gemeinsam, und zwar den Wunsch, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Und dazu ist es notwendig, sich zu informieren, um seine Kinder angemessen orientieren und unterstützen zu können.
“Einweihung” Endlich ist EducArte eingerichtet und hat sich im neuen Haus eingelebt, so dass wir schließlich auch unsere Einweihung feiern konnten. Leider erschienen weit weniger Leute als erwartet, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat.
NACHTRAG: Wir möchten uns noch recht herzlich für die Umzugsspende von Familie Pietsch, Mareike Junge und Helmar Jackisch bedanken. Der etwas späte Geldregen ermöglicht es uns, einige noch ausstehende Arbeiten am Haus vorzunehmen. Danke schön. |
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::::: August 2011
“Willkommen im neuen Haus” Am 1. August hat das neue EducArte-Haus seine Türen geöffnet. Während der ersten Führung staunten Kinder und Eltern nicht schlecht. So groß und so hell. Besonders die jüngeren Kinder waren hellauf begeistert, so dass ihre Pausenbeschäftigung darin bestand, die Treppen hoch und runter zu stürmen. Andere verliefen sich auf den Weg zur Toilette...natürlich nur die Kleinen, die sich erst einmal orientieren mussten. Auch die älteren Kinder und Eltern fanden viele positive Worte.
Dank Voluntärin Nina fand sogar ein Willkommensfest für die Kinder und Mitarbeiter statt. Es gab Kuchen und Popcorn und als Höhepunkt die Vorstellung eines Pantomimes, der Kinder und Betreuer in seinen Auftritt einbezog und zum Lachen brachte. Gleichzeitig war dies auch der Abschied von Nina, die wir sehr vermissen werden. Vielen Dank für deine Unterstützung.
“Kultureller Überfall”: In regelmäßigen Abständen werden die Kinder bei EducArte aus ihren Klassen und damit aus ihrer täglichen Routine geholt und versammelt. Kinder und Mitarbeiter sollen sich strecken und Arme und Beine ausschütteln. Im Anschluss sollen alle paarweise und mit geschlossenen Augen tanzen. Niemand muss befürchten, dass sich jemand lustig macht. Jeder kann sich ausleben und bewegen wie er will.
Bei der nächsten Übung werden die Partner gewechselt. Ein Partner schließt die Augen und lässt sich von dem anderen durch den Raum führen, wobei sich nur die Spitzen des Zeigefingers berühren dürfen. Später werden zwei Gruppen gebildet, die jeweils ein Holzstäbchen mit dem Mund herumgeben müssen und sich danach darüber austauschen, wie sie sich dabei gefühlt haben.
Bei der letzten Übung geht es darum eine “Puppe” zu verkaufen. In vielen Kleingruppen wird eine Person als Puppe zum Verkauf angeboten. Dabei sollen die Verkäufer die guten Eigenschaften dieser Person/ Puppe anpreisen.
Am Ende umarmen sich alle Teilnehmer der Reihe nach.
Mithilfe dieser “Überfälle” sollen Selbstbewusstsein, Gruppengefühl und der sprachliche und körperliche Ausdruck gefördert werden. Außerdem dienen sie dazu, neue Energie zu schöpfen und die alltägliche Routine zu durchbrechen. |
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::::: Juli 2011
“EducArte Negra”: In den Wäldern Guatemalas befindet sich ein kleines Dorf.
Dort leben Zwerge, die so wundervoll singen, dass Menschen ausganz Guatemala kommen, um ihnen zuzuhören. Man sagt, die Zwerge hätten einen speziellen Schatz, doch niemand wisse, was es sei. Dennoch haben die Piraten der Karibik vor zwei Tagen diesen Schatz gestohlen und ihn zu ihrem Schiff “EducArte Negra” gebracht. Seitdem singen die Zwerge vor lauter Trauer nicht mehr. Die armen Kleinen brauchen Hilfe, damit sie wieder singen können. Dafür müssen die Kinder jeden einzelnen Piraten auf dem Schiff finden und ein Spiel mit diesem machen. Wenn sie das Spiel gewinnen, erhalten sie jeweils einen Buchstaben, der ihnen am Ende hilft, den Ort herauszufinden, wo der Schatz versteckt ist.”
Vielen, vielen Dank an alle Volontäre, die diese tolle Aktivität für die Kinder organisiert und durchgeführt haben.
Adiós Casita: Wir mussten umziehen. Trotz aller Versuche, mit dem Vermieter zu verhandeln, wollte dieser den Mietvertrag leider nicht mehr verlängern. Aus diesem Grund haben wir uns in einer letzten Veranstaltung von unserem geliebten Haus verabschiedet. Wir hatten eine Woche Zeit, um zu packen, alle Möbel und Kartons ins neue Haus zu bringen, das alte Haus sauber und gestrichen zu übergeben und das neue Haus einzurichten
... und
... WIR HABEN ES GESCHAFFT.
Wir sind stolz und beeindruckt, dies alles in der Zeit und so koordiniert bewerkstelligt zu haben. |
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::::: Juni 2011: Schule für Eltern
Einmal im Monat ist “Elternschule” angesagt. Optimistischerweise nennen wir das Programm noch immer so, obwohl die Erfahrung zeigt, dass ausschließlich Mütter daran teilnehmen. In den jeweiligen Sitzungen werden Erfahrungen ausgetauscht, Diskussionen geführt und spielpädagogisch Strategien eingeübt; alles vor dem Hintergrund eines Themas, nämlich “Liebevolle Erziehung”.
Die Mütter versuchen mithilfe neuer Ideen und Methoden ihr aktuelles Erziehungsverhalten zu überdenken... und zu ändern. EducArte unterstützt sie dabei und bietet ihnen Raum, ihre persönlichen Geschichten zu thematisieren und innerfamiliäre Gewalt zum Schwerpunkt zu machen. Es geht nicht darum, die Frauen zu verurteilen, sondern sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken, für sie als Ansprechpartner da zu sein und ein Gruppengefühl zu schaffen, damit sie sich vertrauensvoll öffnen können. Es werden alternative Erziehungsmethoden vorgestellt, um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen und eine liebevolle Beziehung zu sich selbst und ihren Kindern aufzubauen.
An dieser Stelle ist anzumerken, dass selbstverständlich nicht in jeder Familie ein aggressives Klima herrscht. Dennoch muss man deutlich sagen, dass dies leider bei dem Großteil der Familien, mit denen EducArte arbeitet, der Fall ist.
Neue Arbeitstechniken: Nina ist Freiwillige bei EducArte und bereichert pädagogisch kompetent und voller Enthusiasmus sowohl die Kinder als auch das EducArte- Team. Mit neuen Ideen und verschiedenen Techniken leistet sie einen wichtigen Beitrag zum EducArte-Alltag. Außerdem unterstützt sie viele andere Aktivitäten bei EducArte, so auch beim “Tag des Berufes”. Dabei verkleideten sich Kinder und Mitarbeiter und stellten sich z.B. als Krankenschwester, Bauarbeiter, Feuerwehrmann oder Lehrerin vor und erklärten deren Aufgaben und warum sie sich für diesen Beruf entschieden haben. Mehr über Nina erfahrt ihr im Interview und in ihrem Erfahrungsbericht.
Schwerer Abschied: Nach 3 ½ Jahren Zusammenarbeit musste sich EducArte schweren Herzens von Vero verabschieden. In den letzten zwei Jahren unterrichtete sie die Kindergartengruppe und die Vorschule und davor arbeitete sie mit der Multi-Aula-Gruppe. Als Mitarbeiterin, Lehrerin und Freundin wird sie uns sehr fehlen. Wir wünschen ihr alles Gute für die Zukunft und viel Erfolg bei ihrem Psychologiestudium, dem sie sich nun vollständig widmen wird. Vielen Dank für die gemeinsame Zeit. |
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: :::: Mai 2011: Muttertag
Jedes Jahr am 8. Mai wird in Guatemala Muttertag gefeiert. In manchen Schulen haben die Kinder frei, um diesen Tag mit ihren Mamas zu verbringen und in anderen Schulen werden die Mütter zur alljährigen Muttertagsfeier eingeladen, wo die Kinder Gedichte vortragen, ihre selbstgebastelten Geschenke überreichen und Lobeslieder auf die Mamis singen.
EducArte will in diesem Jahr den Müttern auf ganz andere Art etwas Gutes tun. Daher wird das Schulhaus zum Jahrmarkt für Muttis. Die Kinder basteln die Eintrittskarten, auf denen die alle Spiele und Stationen vermerkt sind, und schicken ihre Mamas zum “Jahrmarkt”. Nach anfänglicher Zurückhaltung tauen die Frauen allmählich auf und beginnen, an den Spielen teilzunehmen und den Tag ohne Kinder und nur unter sich zu genießen.
Es ist alles dabei, was ein Jahrmarkt zu bieten hat: Spiele wie Ringwerfen, Fußball, Kegeln, Stuhltanz und Bingo, eine Disko und vieles mehr. Es gibt Preise, eine Tombola, Kuchen und andere Leckereien. So ausgelassen albernd und vor allem lachend sieht man diese Frauen selten. Wer behauptet, dass Spiele nur etwas für Kinder seien?
Nach den Spielen und dem Essen finden sich alle Frauen in einer Runde zusammen. Ursprünglich soll dies eine kurze Verabschiedung werden. Aber plötzlich ergibt sich eine ergreifende Eigendynamik der gesamten Veranstaltung. Jede Frau bekommt die Chance, etwas zu sagen und fast alle nutzen die Möglichkeit. Eine Mutter steht auf und beginnt ein bekanntes Lied über die Mutter zu singen, wobei die ersten Tränen vieler Anwesender fließen. Einige Frauen erzählen ihre Geschichten, manche offenbar zum ersten Mal. Nur die allerwenigsten handeln von Liebe und Glück. Andere Frauen teilen ihr Mitgefühl und Verständnis mit und finden Worte, die Mut machen. Dankend umarmen sich alle zum Abschied, doch noch immer scheint keine der Frauen wirklich gehen zu wollen.
Musik soll die Aufräumarbeiten einleiten und das Veranstaltungsende signalisieren. Doch die Frauen beginnen zu tanzen, schnappen sich einfach einen Besen, waschen ab und räumen die Stühle und Tische wieder an Ort und Stelle ... tanzend. |
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::::: März 2011: Große Wahl zum Karneval, Teil 2
Eine Woche nach der Präsentationsfahrt der 7 Kandidatenpärchen durch Ciudad Vieja fand die eigentliche Wahlveranstaltung in den Räumlichkeiten der Gemeinde statt. Während die Kandidaten aufgeregt durch die Gegend wirbeln, nervöse Mütter die verschiedenen Outfits ordnen, damit es später beim Umziehen nicht allzu chaotisch zugeht, wird der Saal geschmückt, Tische und Stühle für die Jury bereitgestellt und die Technik aufgebaut.
Mit der in Guatemala üblichen Stunde Verspätung beginnt nun die Veranstaltung. Es gibt sogar ein Programmzettel, welcher durch die 14 Programmpunkte führt. Die Kinder und deren Familien sowie weitere Gäste von anderen Organisationen sitzen gespannt im Publikum.
Die Jury wird vorgestellt. Es sind 7 Mitglieder, darunter auch Miss Ciudad Vieja, eine Tanzlehrerin und ein Stylist. Die Kandidaten müssen sich in vier verschiedenen Outfits bzw. Themen vorstellen: Fantasie, Sport, typische Trachten und Abendkleidung. Außerdem soll jeder eine Frage zu Themen wie Umweltschutz, Kinderrechte und Verbesserung der Gesellschaft beantworten. Um ihnen die nötige Zeit zum Kleidungswechsel zu geben, gibt es verschiedene kleine Zwischenauftritte von 2 kleinen Mädchen, die einen arabischen Bauchtanz vorführen oder der Moderatorin, welche auch Sängerin ist. Ein weiterer junger Herr versucht sich ebenfalls im Singen. Offensichtlich ist es weniger wichtig, die Stimme und Melodie halten zu können, um den Saal zum Rocken zu bringen, als vielmehr mit bekannten Schlagern einen lautstarken Chor im Publikum auf seiner Seite zu haben.
Am Ende aller Präsentationen zieht sich die Jury für 15 Minuten zur Beratung zurück. Es gibt zwei Gewinnerpaare. Caterin und Pablo aus der Kindergartengruppe sind nun Niño und Niña Carnaval und Libny und Josué für die “Beschleunigte Grundschule” Gruppe 2 wurden zu Niño und Niña EducArte gekrönt. Es ist alles sehr feierlich und aufregend für die Kids.
Wie die Jury zu ihrem Ergebnis kam, hat man nie erfahren, für uns hatten alle gewonnen. Erschöpft geht es nach Hause. Einige Kinder und Mütter helfen noch beim Aufräumen. Die Karnevalsfeier mit Kostümen findet eine Woche später statt. |
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::::: Februar 2011: Große Wahl zum Karneval
Es ist wieder Faschingszeit und in diesem Jahr soll die Wahl zu Niña/Niño Carnaval/ EducArte eine ganz große Veranstaltung werden, die sich über drei Tage erstrecken wird. Dazu wählt jede Gruppe ihr Kandidatenpaar.
Insgesamt gibt es sieben Gruppen bei EducArte: Kindergarten, Vorschule, Grundschulgruppe 1 und 2 sowie beide Hausaufgabengruppen und die Conalfa-Gruppe (Alphabetisierungsprogramm). Einmal gruppenintern gewählt, müssen sich diese Kandidatennun präsentieren, sowohl innerhalb von EducArte als auch öffentlich, um bereits vorab von sich Reden zu machen, denn die eigentliche Wahl findet erst eine Woche später statt.
Man sagt mir, es sei vollkommen üblich hier in Guatemala. “Keine Sorge, die fallen nicht runter”, sind Kommentare, die mir leider nicht weiterhelfen. Mir wird ganz schlecht vor Anspannung, wenn ich nur daran denke, dass ich auch noch die Kleinsten auf der Motorhaube durch Ciudad Vieja fahren soll. Dass die Ambulanz die Kolonnenspitze bildet, beruhigt mich dabei auch nicht wirklich. Sämtliche Straßenverkehrsordnungen und sicherheitstechnische Bedenken in den Wind schießend, laß ich also die eifrigen Eltern und Kinder mein Auto schmücken.
Eine Stunde dauert die lautstarke Fahrt mit einer Geschwindigkeit von 5-10km/h, eingeschränkter Sichtverhältnisse, Schweißausbrüchen und der ständigen Sorge, die Motorhaube könne zu heiß werden für die Kleinen da vorn.
Endlich wieder bei EducArte angekommen, haben die Kandidaten nun die Aufgabe, sich erneut vorzustellen.
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::::: Januar 2011: Chaotischer Schulanfang
Die ersten beiden Wochen des
Jahres nutzten die Mitarbeiter
von EducArte, um die Schule in Ordnung zu bringen und den Unterricht zu planen. Am 17. Januar war es dann soweit, der erste Schultag.
Jeder Schulanfang ist chaotisch in Guatemala, zumindest in den öffentlichen Schulen und Projekten wie EducArte.
Die Eltern müssen ihre Kinder jedes Jahr neu einschreiben und dazu benötigen sie jedes Mal eine neu ausgestellte Geburtsurkunde. Dieses Prozedere verwandelt die örtlichen Meldeämter in reine Irrenhäuser: stundenlanges Warten, aufgebrachte oder verzweifelte Eltern, überfüllte Wartesäle und gestresste Mitarbeiter. Manchmal dauert es so lange bis die Eltern alle Papiere zusammen haben, dass ihre Kinder erst später eingeschrieben werden können.
Dazu kommt dann der Kauf des Unterrichtsmaterials, welches so teuer ist, dass viele Eltern nicht alles auf einmal kaufen können. Man kann daher davon ausgehen, dass der wahre Schulalltag und Unterricht meist erst im Februar beginnt.
Dies allerdings tut der Euphorie der Kinder ganz und gar keinen Abbruch. Überall hört man fröhliche und aufgeregte Kinderstimmen. Mit neuer Energie laufen sie durchs Haus und erkunden die neu gestalteten Räume.
EducArte arbeitet stets mit 72 Kindern und deren Familien. Allerdings sind davon lediglich 46 direkt bei EducArte eingeschrieben. Diese Kinder kommen regelmäßig zu EducArte. Die anderen 18 Kinder werden weiterführend unterstützt, nachdem sie aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr direkt an den Aktivitäten bei EducArte teilnehmen können.
EducArte unterteilt seine Schüler in 5 Gruppen: Vero betreut morgens die Kindergartengruppe und nachmittags die Vorschulklasse. Lety unterrichtet die „Beschleunigte Grundschule“ jeweils morgens und nachmittags. Dies ist ein Programm, welches Kindern ermöglicht die Grundschule in zwei statt den üblichen sechs Jahren zu absolvieren.
Dabei handelt es sich meist um Kinder, das gesetzlich vorgesehene Schulalter für die bestimmten Klassen überschritten haben.
Die fünfte Gruppe besteht aus den Kindern, die ein Stipendium für unsere Partnerschule haben, d.h. hier gehen die Kinder von der ersten bis zur fünften Klasse zum Unterricht und kommen dann nachmittags zur Hausaufgabenhilfe und zu allen weiteren außerschulischen Aktivitäten.
Motiviert und engagiert startet auch das EducArte-Team. Wir sind gespannt, was das Jahr bringen wird.
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