Home Kontakt Impressum
Einblicke
 

::::: Dezember 2011:

 

::::: September 2011: Interview mit Doña Ángela

María Ángela Reyes Galindo ist um die 50 Jahre alt und Mutter von neun Kindern, wobei die Älteren bereits selbst Familien haben. Seit ungefähr fünf Jahren ist sie verwitwet und lebt seither allein mit den sechs jüngsten Kindern, die zwischen 9 und 30 Jahre alt sind.
Sie arbeitet als Haushaltshilfe bei wechselnden Familien. Die älteren Kinder tragen allerdings durch kleine Nebentätigkeiten ein wenig zum Familieneinkommen bei. Die vier jüngsten Kinder waren bei EducArte eingeschrieben. Jetzt sind es noch zwei, da die beiden älteren die Grundschule bereits abgeschlossen haben.

Eileen: Seit wann kennen Sie EducArte?
Doña Ángela: Die Leute haben davon gesprochen, dass es ein Projekt gibt. Aber es war viel zu weit weg. Später sind sie in unsere Straße gezogen. Da hat mein Mann die Kinder dort eingeschieben. Das war vor ungefähr sechs Jahren oder so.
Eileen: Was mögen Sie an EducArte und was gefällt Ihnen weniger?
Doña Ángela: Meine Kinder wussten gar nichts, hatten keine Bildung. Bei EducArte haben sie viel gelernt. Mir erscheint alles gut bei EducArte.
Eileen: Sie waren immer sehr vorbildlich, doch in letzter Zeit habe ich Sie bei den Versammlungen vermisst?
Doña Ángela: Manchmal arbeite ich einen ganzen Monat am Stück in einem Haushalt, da erlauben sie mir nicht, dass ich gehe bis die Arbeit getan ist.
Eileen: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?
Doña Ángela: Dass sie auch weiterhin zur Schule gehen und lernen.
Eileen: Was tun Sie, um sich zu entspannen?
Doña Ángela: Draußen im Freien spazieren gehen und frische Luft atmen.
Eileen: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Doña Ángela: Einen freien Tag zum Spaß haben.

 

::::: Juni 2011: Interview mit Nina Weidenhausen

Nina ist 25 Jahre alt und verbringt 7 Wochen bei EducArte.
Im November 2011 hat sie ihr erstes Staatsexamen in Lehramt für Sonderpädagogik in Köln abgeschlossen und wird voraussichtlich im November mit dem Vorbereitungsdienst in NRW beginnen.
Bisher hat sie hauptsächlich in der Schule als Förderlehrerin mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und AGs im Bereich Deutsch als Fremdsprache, Kunst und Bewegung geleitet.

Eileen: Warum bist du nach Guatemala gekommen?
Nina: Mir gefällt die lateinamerikanische Kultur und ich arbeite gerne als Freiwillige. Bisher war jeder Aufenthalt sehr bereichernd. Als Ausgangspunkt für eine Reise in den Süden habe ich Guatemala gewählt, da ich die mittelamerikanische Kultur in ihrer Vielfältigkeit besser kennenlernen möchte.
Eileen: Wo hast du Spanisch gelernt?
Nina: Ich habe damals drei Jahre in der Oberstufe Spanisch gelernt und danach im Ausland auf Reisen und als Freiwillige immer mehr dazu gelernt.
Eileen: Welche Länder hast du schon besucht?
Nina: Ich bin durch Südamerika gereist und habe zweimal in Bolivien und einmal in Mexiko als Volontärin gearbeitet.
Eileen: Wie bist du zu EducArte gekommen?
Nina: Ich habe das Projekt EducArte über Proyecto Mosaico kennengelernt, eine Non-profit Organisation, die Freiwillige in Mittelamerika vermittelt. Ich habe mich für das Projekt beworben, da ich mit Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Bildung und Freizeitgestaltung arbeiten wollte.
Eileen: Was ist deine Aufgabe bei EducArte?
Nina: Ich unterrichte vormittags Kunst und Gestaltung in der Vorbereitungsklasse und in der Unterstufe. In der Unterstufe gebe ich zudem Förderunterricht und arbeite mit den Kindern an Lernstrategien, Arbeitshaltung und Gruppengefühl mit unterschiedlichen schulischen Inhalten (z.B. Mathe, Sprache o. Ä.). Nachmittags unterstütze ich Mitarbeiter und Schüler, wenn ein besonderer Förderbedarf besteht oder andere Aufgaben im Projekt anfallen. In der letzten Schulstunde realisiere ich kleine Aktivitäten mit den Kindern aus der Hausaufgabenbetreuung, wie Basteln mit unterschiedlichen Materialien, Bewegungsspiele u.v.m.
Eileen: Was findest du gut und was gefällt dir weniger am Projekt?
Nina: Ich bin sehr überzeugt, dass dieses Projekt eine nachhaltige Philosophie verfolgt, durch (Weiter-)Bildung die Menschen in ihrer Entwicklung in vielen Lebensbereichen zu unterstützen. Die festen Mitarbeiter, sowie Freiwillige unterstützen dieses Ziel und jeder hat den Freiraum sich bestmöglich mit seinen Fähigkeiten im Tagesgeschehen einzubringen. Ich finde es toll, dass somit jedem, Schülern, Eltern und Mitarbeitern, Möglichkeiten eingeräumt werden sich aktiv zu beteiligen und in vielen Aktionen innerhalb und außerhalb des regulären Unterrichts „EducArte“ gemeinsam gelebt wird. Schade finde ich, dass einige Ideen oft durch mangelnde finanzielle Möglichkeiten beschränkt bleiben, aber träumen kann man ja...

 

::::: Mai 2011: Interview mit Ana Lucia

Im Rahmen der Sozialarbeit hat EducArte sehr oft mit ganz speziellen Situationen zu tun. So auch im Fall von Ana Lucia (21), die nach Jahren ihre beiden Kinder wieder bei sich hat. Diese lebten bei einer Pflegemutter. Doch aufgrund wiederholter Anzeigen wegen schwerer Kindesmißhandlung, sah sich EducArte verpflichtet, einzugreifen.
Mittels Mediation zwischen Pflegemutter, biologischer Mutter und den zuständigen Behörden begann der Prozess der Rückführung beider Kinder zur biologischen Mutter. Im Interview erzählt Ana Lucia ihre Geschichte:

Ana Lucia: Ich war 14 Jahre alt als ich von Zuhause auszog, weil mein Stiefvater mich ständig schlug. Also habe ich mir etwas Eigenes gesucht. Da lernte ich dann auch meinen Freund kennen, von dem ich schnell schwanger wurde. In dieser Zeit arbeitete ich für Doña Mari (spätere Pflegemutter) als Haushaltshilfe. Weil ich nicht allein für das Baby sorgen konnte, zog ich dann auch zu ihr. Mit meinem Freund war ich da nicht mehr zusammen. Als Gabriel geboren wurde, war ich 15 und einige Monate lebten wir bei Doña Mari und ihrer Familie. Das war aber sehr schwierig und als ich ausziehen wollte, wollte sie mir Gabriel nicht geben.
Eileen: Wie ging es dann weiter?
Ana Lucia: Ich zog wieder in eine eigene Wohnung...ohne Gabriel. Um ihn zu sehen, ging ich immer wieder zurück.
Eileen: Marta Rosely kam nur wenig später zur Welt. Was geschah dann?
Ana Lucia: Martas Vater hat mich sehr schlecht behandelt, er schlug mich, sperrte mich ein und gab mir nichts zu essen. Um Marta registrieren zu lassen, ließen wir den Ehemann von Doña Mari als Vater eintragen. Wieder lebte ich einige Zeit bei ihnen. Als ich ausziehen wollte, passierte dasselbe wie mit Gabriel. Doña Mari wollte Marta nicht hergeben und da ihr Mann als Vater registriert war, hatte ich gar keine Chance. Ab und zu konnte ich die beiden sehen, manchmal waren sie auch bei meiner Mutter. Später zog ich aber in ein anderes Dorf und hatte gar keinen Kontakt mehr.
Eileen: Wie kam der Kontakt nach so langer Zeit zustande?
Ana Lucia: EducArte machte mich ausfindig und lud mich zu einem Gespräch ein. Es gab wohl mehrere Anzeigen wegen Kindesmißhandlung gegen Doña Mari.
Eileen: In einem zweimonatigen Prozess der Rückführung sind die Kinder nun vollständig zu Ihnen gezogen. Wie funktioniert das Familienleben?
Ana Lucia: Ganz gut. Ich habe erst im März geheiratet und nun müssen wir uns alle gemeinsam an die neue Situation gewöhnen. Leider verdient mein Mann nicht genug, um die gesamte Familie ernähren zu können, so dass wir auf Hilfe angewiesen sind. Aber ich bin sehr glücklich, meine Kinder endlich bei mir zu haben und danke EducArte sehr dafür.

Anmerkung: EducArte wird die Familie weiterhin betreuen und regelmäßig besuchen, um sicherzustellen, dass es den Kindern gut geht. Im Moment kann allerdings bereits festgestellt werden, dass die Kinder sauber und regelmäßig zur Schule kommen und dass vor allem Marta wesentlich ausgeglichener und fröhlich ist. Die ökonomische Situation ist allerdings sehr besorgniserregend. Wenigstens haben die beiden Kinder jeweils einen Paten, so dass zumindest die Schulbildung abgesichert ist. EducArte versucht, so weit dies möglich ist, die Familie mit Lebensmittelspenden zu unterstützen.

 

::::: März 2011: Interview mit Andery Kayri

Die 12-jährige Andery ist im letzten Jahr nach Ciudad Vieja gezogen und kommt seitdem zu EducArte, wo sie nachmittags die "Beschleunigte Grundschule" besucht. Sie ist sehr aufgeschlossen, stets gutgelaunt und bekannt für ihre plötzlichen Lachanfälle. Sie lebt mit ihrer Mutter, dem Stiefvater und ihren vier kleinen Brüdern. Da ihre Mutter den ganzen Tag als Altenpflegerin arbeitet, muss Andery vor und nach der Schule auf ihre kleinen Geschwister aufpassen. Selbst noch ein Kind hat sie sehr viel Verantwortung zu tragen, wenn sie ganz allein mit den 2-jährigen Zwillingen und den beiden anderen Brüdern (3 und 4 Jahre) zu Hause ist. Nicht selten kommt sie übermüdet zur Schule und dennoch sieht man sie ständig fröhlich vergnügt.

Eileen: Du bist im letzten Jahr hergezogen und zu EducArte gekommen. Wo hast du vorher gelebt?
Andery: Ich habe vorher in der Hauptstadt bei meiner Oma gelebt. Meine Mutter lebt mit ihrem Mann hier in Ciudad Vieja und hat mich nun zu sich geholt.
Eileen: Wo gefällt es dir besser?
Andery: In Guate*. Da war es viel lustiger als hier. Ich habe mit Freunden draußen gespielt und immer kam jemand zu Besuch, meine Onkel und Cousins. Hier bin ich den ganzen Tag zu Hause und passe auf meine Geschwister auf.
Eileen: Was gefällt dir an EducArte und was gefällt dir weniger?
Andery: Mir gefällt alles, besonders die Lehrer, die bunten Räume und der Spielplatz.
Eileen: Was machst du am liebsten?
Andery: Ich spiele sehr gern Basketball.
Eileen: Was möchtest du später mal werden und warum?
Andery: Lehrerin. Ich mag es einfach. Außerdem kann ich dann später meinen Kindern helfen und ihnen alles erklären.
Eileen: Was wünscht du dir für die Zukunft?
Andery: Immer mit meiner Familie vereint zu sein und in Frieden leben zu können.
Eileen: Wie würdest du dich in einem Wort beschreiben?
Andery: Ich bin ein Witzbold. Ich mache gern Witze und kann über alles lachen.
Eileen: Was würdest du in Guatemala ändern?
Andery: Die Gewalt.

 

::::: Februar 2011: Interview mit Sandra Magali López

Sandra Magalí ist 36 Jahre alt, verheiratet und Mutter von vier Kindern. Von Beruf ist sie Grundschullehrerin, doch wegen der Kinder entschied sie sich, zu Hause zu bleiben. Ihr Mann arbeitet als Schmied und verdient damit den gesamten Lebensunterhalt der Familie und der Großmutter, welche nebenan wohnt. Sandra ist sehr engagiert, bei sämtlichen Elternversammlungen anwesend und unterstützt EducArte bei vielen außerschulischen Aktivitäten.

Eileen: Wo kommen Sie ursprünglich her?
Sandra: Ich bin aus Xela. Dort habe ich meinen Mann kennengelernt, der damals allerdings schon hier in Ciudad Vieja wohnte. Vor sieben Jahren sind wir dann gemeinsam hier her gezogen.
Eileen: Seit wann kennen Sie EducArte?
Sandra: Seit mehr als 4 Jahren. Damals hatten mich Bekannte auf das Projekt aufmerksam gemacht und ich schickte meinen Ältesten hin. Jetzt besucht Libny EducArte. Sie ist in der zweiten Klasse.
Eileen: Was gefällt Ihnen an EducArte?
Sandra: EducArte ist etwas Besonderes. Die Art wie die Kinder unterrichtet werden, ist so ganz anders...sehr optimistisch und viel kreativer.
Eileen: Wie geht es Libny bei EducArte?
Sandra: Sie ist sehr zufrieden, es gefällt ihr sehr gut. Im Moment ist sie Kandidatin für Niña Carnaval bei EducArte. Ich bin sehr stolz auf mein Mädchen.
Eileen: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?
Sandra: ...dass sie gute Menschen bleiben und vor allem eine guten Beruf erlernen und auch Arbeit finden.
Eileen: Was würden Sie gern in ihrem Leben ändern?
Sandra: Ich möchte mehr Zeit mit meinen Kindern haben...echte Zeit...zum Spielen, einfach nur mit ihnen zusammen sein. Ich weiß, das ist etwas, worum ich mich selbst bemühen muss. Aber es fällt einem schon manchmal ziemlich schwer bei all der Hausarbeit und anderen Aufgaben und Sorgen.

 

::::: Januar 2011: Interview mit Gründerin Alejandra

Im Jahr 2002 begann Alejandra Hernández mit einigen Freunden Ferienaktivitäten für Kinder aus sozioökonomisch schwachen Familien zu organisieren. Sie nannten ihr Projekt „EducArte“, denn ihre Idee war es, Bildung über Kunst zu vermitteln. Die damalige Studentin hätte sich wohl nie träumen lassen, dass aus dieser kleinen Ferieninitiative eines Tages kleines fest etabliertes Gemeindezentrum werden würde.

Eileen: Was bedeutet für dich EducArte?
Alejandra:
Für mich ist EducArte ein Raum, wo man „sein“ kann, träumen, sich ausdrücken und frei fühlen kann. Wir drängen die Kinder und ihre Familien nicht in eine Opferrolle, sondern versuchen ihnen empathisch gegenüberzutreten. Dabei wird jeder mit Respekt und Würde behandelt. Es ist mehr als nur ein Projekt, es ist eine Lebensart, ein Aufbegehren gegenüber jeglicher sozialer Benachteiligung. Es ist eine Familie, wo Lernen und Lehren beidseitig stattfindet und soziale Stärkung sowie Entwicklung Mittelpunkt aller Programme und Aktivitäten ist.
Eileen:
Wie siehst du die Entwicklung des Projekts?
Alejandra:
Stets kommen neue Menschen, aber auch neue Erkenntnisse, Hilfeformen und Methoden dazu, was wiederum mehr Verantwortung und Anforderungen mit sich bringt, doch das sehe ich als sehr positiv. Was die Räumlichkeiten angeht, so wirkt sich dieses Wachstum weniger positiv aus.
Eileen: Was wünschst du dir für EducArte?
Alejandra: So vieles, mehr Platz, mehr Bildungsmöglichkeiten für die Familien sowie unsere Mitarbeiter. Mein großer Traum ist: mehr EducArtes in anderen Gemeinden Guatemalas.
Eileen: Was treibt dich an?
Alejandra: Jeden Tag sehe ich den Mangel an Bildung, Gerechtigkeit und sozialem Bewußtsein. Der Traum einer besseren Zukunft, wo jeder für seine Arbeit das erhält, was er verdient, gibt mir Energie.
Eileen: Was tust du, um dich von der Arbeit zu entspannen?
Alejandra: Ich lese gern, höre Trova und Raggae-Musik und ich mag gute Gespräche mit ganz verschiedenen Leuten. Aber am meisten entspannt es mich, barfuß zu sein. Ich glaube, sobald ich die Schuhe ausziehe, kann ich besser denken.
Eileen: Wenn du eine Sache in deiner Welt ändern könntest, was wäre das?
Alejandra: Ich denke ...da gibt es nichts. Alles ist doch irgendwie eine Konsequenz dessen, was wir denken und leben. Daher versuche ich lediglich verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen

 

Dezember 2010: Interview mit Mabelayne

Mabelayne ist 13 Jahre alt und hat in diesem Jahr die Grundschule bei EducArte abgeschlossen. Ihre beiden jüngeren Geschwister Clarissa und Adrian gehen ebenfalls zu EducArte.
Mabelaynes Mutter ist alleinerziehend und arbeitet in einem Schönheitssalon. Die Familie teilt sich 1 Zimmer bei den Großeltern.
Eileen: Seit wann kommst du schon zu EducArte?
Mabelayne: Seit diesem Jahr.
Eileen: Gefällt es dir bei EducArte?
Mabelayne: Ich mag EducArte. Hier lehren sie uns auch andere Sachen und bieten Kurse an, die andere Schulen nicht haben, z.B. Sexualkunde, Theater, Psychologie und Kunst.
Eileen: Deine Mama arbeitet jeden Tag. Hilfst du ihr im Haushalt?
Mabelayne: Ja, ich spüle das Geschirr und räume das Zimmer auf.
Eileen: Du magst Kunst, nicht wahr?
Mabelayne: Ja, sehr. Im Mai waren wir mit den anderen in einem Kunstzeltlager, wo man uns verschiedene Techniken gezeigt hat. Und vor 2 Wochen war das alljährliche Kunstfestival in Antigua.
Eileen: Bei diesem Festival hast du sogar ein Kunststipendium für ein Jahr gewonnen. Wofür war das?
Mabelayne: Mein Werk heißt “Der Mensch und das Tier” und der Jury hat es gefallen.
Eileen: Wie fühlst du dich mit diesem Preis?
Mabelayne: Ich bin sehr glücklich und aufgeregt und werde dieses Stipendium nutzen, um mehr Techniken zu lernen.
Eileen: Was bedeutet dir die Kunst?
Mabelayne: Durch das Malen kann ich meine Gefühle und Emotionen besser ausdrücken als mit Worten.
Eileen: Du bist nun fertig mit der Grundschule. Im nächsten Jahr wirst du daher nicht mehr bei EducArte sein. Was wirst du tun? Mabelayne: Ich weiß zwar noch nicht wo, aber ich werde auf jeden Fall weiterhin zur Schule gehen. Eileen: Was wirst du am meisten vermissen?
Mabelayne: Alles... meine Freunde, die Lehrer und all die außerschulischen Aktivitäten. Es wird mir fehlen, meine Zeit mit den Leuten von EducArte zu verbringen.
Eileen: Vielen Dank und viel Glück und Erfolg in der neuen Schule.
Mabelayne: Kein Ursache und danke schön.

 

November 2010: Interview mit María Raymunda

Vor 18 Jahren kam Doña Raymunda (57) mit ihrem Ehemann und den Kindern aus dem nicht weit entfernten Alotenango nach Ciudad Vieja, um auf der Finca* zu arbeiten, wo sie noch heute leben. Sechs ihrer 10 Kinder sind bereits verheiratet.
Die jüngeren vier leben noch immer bei der Familie, darunter auch Josué, der bei EducArte zur Schule geht. Tochter Olga lebt mit ihrer Familie ebenfalls mit auf der Finca. Ihre Töchter Flory und Ruth besuchen EducArte.
Auf der Finca teilt sich jede der beiden Familie ein kleines Zimmer, man kocht im Freien mit Feuerholz.
Eileen: Wie verdienen Sie sich Ihren Lebensunterhalt?
Raymunda: Wir müssen hier nur Strom und Wasser zahlen, weil wir auf die Finca aufpassen und mein Mann hier auf dem Feld arbeitet. Er verdient jeden Monat ungefähr Q400 Quetzales (umgerechnet ungefähr 40€) und arbeitet dafür jeden Tag. Ich verkaufe Tortillas. Das ist nicht viel Geld zum Leben, aber zwei meiner älteren Söhne unterstützen uns mit ein bißchen Geld jeden Monat.

Eileen: Wie sind Sie auf EducArte als Schule gekommen?
Raymunda: Wir wohnen ja nur wenige Meter entfernt und Josué geht da jetzt schon seit drei Jahren hin, genau wie Flory und Ruth. Wir sind sehr zufrieden mit EducArte.
Eileen: Was macht EducArte so besonders?
Raymunda: Die Kinder sind sehr glücklich dort. Es macht ihnen Spaß und sie gehen gern hin.
Eileen: Was versprechen Sie sich von der Schulbildung?
Raymunda: Meine Mutter war alleinerziehend und schickte mich nicht zur Schule. Ich habe nie lesen und Schreiben gelernt, sondern schon früh angefangen zu arbeiten. Aber man verdient da nicht viel. Wenn Josué lesen und schreiben kann, hat er hoffentlich bessere Chancen, eine Arbeit zu bekommen, die gut bezahlt wird.
Eileen: Was macht Josué gerade in den Ferien?
Raymunda: Er geht einen Tag in der Woche zu EducArte, und zwar wenn Kunst ist. An den restlichen Tagen hilft er seinem Vater auf dem Feld. Auch Ruth, Flory und ihre Mutter helfen mit.
Eileen: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?
Raymunda: ..., dass sie eine Arbeit finden, wo sie Geld verdienen, von dem sie gut leben und eine Familie ernähren können.

 

August 2010: Im Interview mit Jesús Alfredo

Jesús ist mit seinen 12 Jahren das jüngste von sieben Kindern. Er lebt allein mit seiner Mutter in einer kleinen Wellblechhütte. Küche und Toilette befinden sich im Freien, es gibt aber Strom und Wasser. Seine Geschwister sind bereits volljährig und verheiratet. Kurz nachdem Jesús geboren wurde, verließ sein Vater die Familie, er hat ihn nie kennengelernt.
Seine größeren Geschwister unterstützen ihn und seine Mutter finanziell, da diese keine Arbeit hat. Jesús kommt schon seit mehreren Jahren zu EducArte.

Eileen: Hast du schon immer in Ciudad Vieja gelebt?
Jesús: Ich bin in Antigua geboren und wir sind nach Ciudad Vieja gezogen, da war ich noch ganz klein. Meine Mutter stammt aber ursprünglich aus Huehuetenango*.
Eileen: Sprichst du dann auch ihre Sprache?
Jesús: Ich kann nur ein paar Wörter. Sie spricht Q’anjob’al oder so ähnlich. (Er weiß nicht genau, wie die Sprache heißt bzw. wie man sie ausspricht.)
Eileen: Fehlt dir dein Vater?
Jesús: Manchmal, aber nur ganz selten. Ich kenne ihn ja nicht, da ist es mir meist egal.
Eileen: Wie geht es in der Schule?
Jesús: Gut. Mir gefällt die Schule, besonders die Wissenschaftsfächer.
Eileen: Du hast im Mai mit der Kunstgruppe “Hand ans Werk” an einem Kunst-Festival teilgenommen und am Ende sogar gewonnen. Von 20 verschiedenen Kunstgruppen aus ganz Guatemala wurde dein Werk ausgewählt, um in Mexiko am Endausscheid teilzunehmen. Wie war das für dich?
Jesús: Unglaublich. Ich war sehr froh und hätte das niemals erwartet. Meine Mutter war sehr stolz auf mich und hat mir gratuliert.
Eileen: Was gibt dir die Kunst?
Jesús: Sie hilft mir und entspannt mich.
Eileen: Was bedeutet dir EducArte?
Jesús: Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Lehrer sind nett. Man lernt und spielt und am wichtigsten ist, ich kann malen.
Eileen: Was möchtest du später mal werden?
Jesús: Maler

 

::::: Februar 2010: Interview mit Familie Tomás

Micaela ist eines von  11 Kindern. Sie ist 29 Jahre alt und damit die Zweitälteste. Seit 5 Monaten arbeitet sie bei EducArte als Köchin und Reinigungskraft. Ihre beiden Söhne, Willy und Selvin, wie auch ihre beiden jüngsten Schwestern, Mariela und Evelin, kommen schon seit Jahren zu EducArte. Micaela und ihre Familie lebt bei ihren Eltern, mit sechs ihrer Geschwister und deren Kindern auf einem kleinen Grundstück. Sie haben ein kleines Zimmer und eine winzige Küche. Ein kleines Häuschen steht ein wenig entfernt und dient als Gemeinschaftstoilette. Es gibt zwar Wasser, aber den Strom bekommen sie vom Nachbarn. Ich habe mit Micaela gesprochen und sie hat mir ihre Geschichte erzählt:

Eileen: Micaela, wo kommt deine Familie ursprünglich her?

Micaela: Als ich 9 Jahre alt war kamen wir aus einem kleinen Dorf im Departamento Huehuetenango*  hier her. Es gab dort keine Arbeit und wenn die Ernten schlecht waren, hatten wir gar nichts. Hier in Ciudad Vieja ist es zwar auch nicht einfach, aber von dem bisschen Geld, das wir verdienen, können wir wenigstens leben. Zur Zeit gehen meine Eltern und Geschwister Kaffeepflücken.

Eileen: Welche Sprache sprecht ihr zu Hause?

Micaela: Wir sprechen ursprünglich Q’anjob’al, aber mit meinen Kindern spreche ich nur Spanisch. Ich möchte lieber, dass sie gut Spanisch lernen, damit sie keine Probleme in der Schule haben und richtig lernen können. Q’anjob’al sprechen eigentlich nur noch meine Eltern.

Eileen: Wie kamst du zu der Arbeit bei EducArte?

Micaela: Ich habe vorher als Hausmädchen gearbeitet, aber da kam ich immer erst 8 Uhr abends nach Hause. Da schliefen meine Kinder meist schon, ohne vorher gegessen zu haben. Als ich hörte, dass EducArte eine Köchin sucht, habe ich mich sofort vorgestellt. Ich mag die Arbeit sehr, vor allem wegen der Kinder.

Eileen: Was gefällt dir an EducArte?

Micaela: Meine Kinder und Geschwister waren die ersten Kinder bei EducArte. Damals war es noch keine Schule, sondern ein Freizeitprojekt. Mir gefällt einfach, was sie den Kindern beibringen und wie sie unterrichten, auch neben dem Schulunterricht. Außerdem unterstützen  sie auch uns sehr (Anm. Damit meint sie das Patenschaftsprogramm und die soziale Familienhilfe bei EducArte).

Eileen: Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Kinder?

Micaela: Ich möchte, dass meine Söhne studieren, am liebsten Architektur. Ich habe nie lesen gelernt. Auch wenn ich es nie geschafft habe, so will ich alles dafür tun, damit aus ihnen etwas wird. Dafür arbeite ich.

Mariela ist ist Micaelas Schwester und seit 5 Jahren bei EducArte. Sie mag die Schule sehr, vor allem die Lehrer seien toll. Sie wünscht sich, alle Klassen zu bestehen und möchte später mal Sekretärin werden. Für ihre nähere Zukunft hat sie allerdings ein anderes Ziel. Sie möchte nämlich zur Miss Karneval 2010 gewählt werden und hat dafür schon die gesamte Schule mit „Wählt Mariela“-Plakaten geschmückt.

 

*Das Departamento Huehuetenango gehört zum nordwestlichen Hochland und erhält mit einem indigenen Anteil von rund 85% noch immer eine große Sprachvielfalt und kulturelle Identität aufrecht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt auf dem Land, wo die Armut allerdings besonders groß und die Analphabetenrate sehr hoch ist.

 

 

::::: September 2009 :::::

Hurra...wir fahren in den Zoo!


Am 25. September 2009 war Schulausflug. Wir haben die Reise vorschriftsmäßig angemeldet, einen Bus organisiert und sind nach Guatemala Stadt gefahren.
Treffpunkt war 7:00 Uhr morgens in der Schule, damit wir um 7:30 Uhr losfahren konnten. Erstaunlicherweise und zu meiner großen Überraschung waren tatsächlich fast alle pünktlich. Selbstverständlich sind wir dennoch nicht vor 8:00 Uhr losgekommen, was jedoch vorausschauend schon eingeplant gewesen war.
Mit den Worten „ich habe Schinken für alle“ stieg mit ziemlicher Verspätung unser herzallerliebster Gabriel aus der Kindergartengruppe ein. Und schon konnte es losgehen.
Bevor wir jedoch zum Zoo fuhren, machten wir im Zentralpark von Guatemala Stadt Halt. Dort befindet sich der Kilometer Null. In sämtlichen Orten im ganzen Land gibt es eine Kilometerangabe, die einem verrät, wie weit man von der Hauptstadt entfernt ist.  Außerdem gibt es vom Park aus in allen vier Himmelsrichtungen ein wichtiges historisches Gebäude. So erhielten wir eine kurze Führung im Palacio Nacional, wo früher alle Regierungsgeschäfte getätigt wurden. Später erzählte uns Marta, die Psychologin, etwas über die Nationalbibliothek. Ein guatemaltekischer Praktikant von EducArte hatte sich zu dem historischen Einkaufszentrum informiert. Maribel, die Buchhalterin, sprach über die Geschichte der Kathedrale und Profe Rony sagte einige Worte zum Park, der das Zentrum all dessen darstellt. Allerdings waren einige der Kleinen viel mehr von den Tauben fasziniert, da hatte die Geschichte wenig Chancen.
Nach dieser kleinen historischen Führung ging es dann wirklich zum Zoo. Die Kinder waren so aufgeregt und schrien schon weit vorher „ya llegamos“ (dt. endlich da). Nach dem vorsorglichen Toilettengang, teilten wir die Meute in drei Gruppen, Kindergarten und Vorschule zusammen, erste und zweite Klasse sowie dritte Klasse und Multi-Aula in einer Gruppe. So erforschten wir getrennt den Park und seine Tiere.
Anschließend trafen wir uns alle wieder zum gemeinsamen Picknick. Und während einige die Zeit nutzten und sich von ihrem seit Wochen gesparten Geld Süßigkeiten, Eiscreme oder Pommes frites kauften, machten andere eine kleine Rundfahrt mit der Mini-Bahn.
Die Rückfahrt gestaltete sich unglaublich ruhig, da der Großteil der Kinder die Eindrücke dieses Tages wohl im Traum verarbeitete.

Man muss anmerken, dass viele der Kinder nicht einmal Antigua richtig kennen. Ein Ausflug in die Hauptstadt bedeutete damit etwas unheimlich Abenteuerliches und Aufregendes. Die Kinder waren so beeindruckt von allem und sprachen noch Tage später davon.

 



Muttertag 2009


„Eine Mutter kann viele Kinder haben, aber jedes Kind hat nur eine Mutter“. Mit diesem Zitat eröffnete Jesús (Bild 3) die alljährliche Muttertagsfeier. Jedes Jahr am 10. Mai ist Muttertag in Guatemala. In diesem Jahr fiel dieser auf den Sonntag, so dass er bei EducArte schon am Freitag gefeiert wurde. Dazu waren alle Mamas eingeladen, welche auch zahlreich erschienen. Die Kinder und Lehrer hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, wobei auch die Mamas eingebunden wurden. Jede Gruppe hatte seine Tanzeinlage und zwischen diesen gab es Spiele für die Mamas, bei denen sie auch etwas gewinnen konnten. So mussten sie tanzen, Luftballons zum Platzen bringen und „Reise nach Jerusalem“ spielen. Und während viele Mamas verschüchtert nach unten schauten und sich eher zurückhaltend verhielten, wollten die Kinder gar nicht mehr von der Bühne herunter. Der Hauptakt des Festes war das einstudierte Theaterstück. Edgar (Bild 8) führte das Publikum als Erzähler durch das Märchen „Schneewittchen“ und die 11 kleinen Darsteller ließen ihren schauspielerischen Talenten freien Lauf. Abschließend wollte der Chor unbedingt sein Lied zum Besten geben, was eigentlich nicht geplant war, denn dieser hatte erst kürzlich mit den Proben begonnen, was man dann an der ein oder anderen Stelle auch deutlich heraushören konnte. Aber die Kinder waren glücklich und die Mamas waren es auch. Es war ein gelungener Nachmittag, der damit endete, daß Profe(sor) Rafael den Frauen seine Wertschätzung mitteilte und jede Mama eine selbstgebastelte Blume erhielt.






Karneval 2009

Vielleicht nicht ganz so bekannt und aufwendig wie in Rio de Janeiro, jedoch nicht weniger aufregend ist der Karneval für die Kinder in Guatemala. Wer sich kein Kostüm kaufen kann, was die meisten betrifft, der bastelt sich entweder eins oder leiht sich etwas aus dem Fundus von EducArte. Eines der Hauptereignisse des Festes ist die Wahl der „Miss Karneval“. Doch vorher wird über das Wählen generell geredet. Jedes Kind hat eine Stimme. Die Wahl ist geheim und um sie noch authentischer zu gestalten wird die Teilnahme mit einem Fingerabdruck bestätigt. Außerdem werden die Kinder dazu angehalten, genau darüber nachzudenken, wen sie wählen und warum. Darüber können sie sich während des Umzugs Gedanken machen. Der Karnevalsumzug bezieht sich nur auf das Viertel, wo sich die Schule befindet, ist allerdings besonders für die ganz Kleinen dennoch ein ordentlicher Spaziergang. Dabei ist es ganz typisch, dass man die Banner der Schule trägt wie auch sehr oft die guatemaltekische Fahne. Wieder in der Schule angekommen, beginnt die Misswahl. Gewählt wird eine Miss Karneval der kleinen Gruppen und eine aus den höheren Graden. Anschließend gibt es einen kleinen Imbiss bestehend aus belegtem Brot und Popcorn. Die Kinder lieben Popcorn. Bevor das Wahlergebnis bekannt gegeben wird, tragen Victor, Byron und Catalino mit Volontärin Sarah ein selbstgedichtetes Lied über EducArte vor, dessen Text wirklich ans Herz geht. Singen die drei doch darüber, daß sie sich ein glückliches Guatemala und EducArte für alle Kinder wünschen. Gaby und Flory werden als Siegerinnen der Misswahl bekanntgegeben und gefeiert und schon wenige Sekunden danach werden alle Kinder ganz unruhig. Denn jetzt beginnt der Abschluss der Veranstaltung. Darauf hatten schon alle gewartet. Denn jetzt holen plötzlich alle ihre präparierten Eier aus den Taschen. Es ist Brauch, die Eier auszublasen und mit ganz winzigen Konfetti zu füllen. Diese werden dann auf den Köpfen der anderen zerschlagen und der Spaß beginnt. Ich habe noch Tage später die Überreste in meinen Kleidern gefunden.






Valentinstag 2009

Ja, der Valentinstag wird auch hier gefeiert, allerdings heißt er hier Tag der Zuneigung. Überall laufen Leute herum, die Blumen verkaufen. Die Kaufhäuser sind voller kitschiger Plüschherzen und dergleichen. In sämtlichen Läden dominiert die Farbe rot und für einen Moment vergisst man, was in diesem Geschäft eigentlich wirklich verkauft wird. Doch auch in den Schulen wird dieser Tag gefeiert, doch hier bezieht man sich eher auf die Zuneigung generell. So werden gleich zu Beginn die Kinder von Fressy dazu angeregt, diese Zuneigung einmal mehr offen zum Ausdruck zu bringen und Freunde und Mitschüler zu umarmen. Die gesamte Feier gilt den Kindern. Es wird gemeinsam gesungen und es werden verschiedene Spiele gespielt. (siehe Fotos 3-5): Tanzwettbewerb, Luftballon platzen lassen und Reise nach Jerusalem). Außerdem konnte mit Hilfe vieler Spenden eine Tombola veranstaltet werden. Abschließend gab es eine Piñata. Das ist nichts für schwache Nerven, kann ich euch sagen. Ein Kind, welches mit verbundenen Augen wie verrückt auf eine Papierfigur einschlägt, um deren Süßigkeiten-Inhalt herauzubekommen, und Kinder, die plötzlich nur noch Bonbons sehen und sich wie wild daraufstürzen, während dieses eine Kind noch immer den mit dem Stock herumwirbelt. Eine irre Tradition ist das.






Erster Schultag 2009

Schon ungefähr eine Woche vor Schulbeginn hatten die Lehrer damit begonnen, die Schule aufzuräumen und für das neue Schuljahr zu gestalten. Die Kinder sollen sich wohlfühlen und an den Farben, Basteleien und Malereien erfreuen. Dies ist sozusagen das Geschenk der Lahrer an die Kinder zum ersten Schultag. Aufgrund von Platz- und Lehrermangel können nicht alle Grade gleichzeitig am Morgen unterrichtet werden. Daher findet morgens und nachmittags Unterricht statt. Die Kindergartengruppe sowie zweite und dritte Klasse kommen immer von 7:30-12:00Uhr, während die Vorschulgruppe, die erste Klasse und die gemischte Jugendgruppe von 13.30-17:00Uhr Unterricht hat. Deshalb wurde auch das Erste-Schultag-Ritual am Nachmittag für die anderen Gruppen wiederholt. Für uns hat dieses Ritual etwas ungewohnt Formales. Es beginnt mit dem Hissen der Nationalflagge, man singt die Hymne und es wird eine feierliche Eröffnungsrede gehalten. Die Kinder werden zum neuen Schuljahr begrüßt und gleichzeitig über ihre Rechte und auch Pflichten aufgeklärt. Jeder Lehrer wird vorgestellt und allen wird ein erfolgreiches Jahr gewünscht. Außerdem wird die Wichtigkeit von Schulbildung betont und die Kinder dazu ermutigt, fleißig zu lernen, um später die Möglichkeit auf ein besseres Leben zu haben. Zufällig war an diesem Tag auch eine Gruppe Volontäre anwesend, die das Projekt kennenlernen wollte und sich somit gleich ein Bild machen konnte. Bei EducArte wird der Austausch zwischen den Kulturen stets gefördert. Lernen doch alle voneinander: Volontäre, Kinder sowie Lehrer.






Weihnachtstheater 2008


Der letzte Tag bei EducArte in diesem Jahr, kurz vor Weihnachten, wurde typisch mit der Aufführung der Weihnachtsgeschichte gefeiert. Dafür hatten die Kinder mit Profe(sor) Rafael und Volontärin Sarah lange geprobt. Das Publikum war begeistert und die Kinder stolz und überglücklich.






Christmas 2008


Die Einkaufskette Walmart in Guatemala hat eine Tradition. Jedes Jahr vor Weihnachten laden sie kleine Organisationen ein und veranstalten ein Fest für die Kinder. Auch EducArte war eingeladen und somit machten wir uns mit den Bus, dessen Kosten ebenfalls von Walmart übernommen wurde, auf den Weg nach Guatemala. Dort angekommen, bekamen wir zwei Mitarbeiter von Walmart als Verantwortliche für unsere Gruppe zugewiesen. Diese führten uns in den Speisesaal, wo jeder etwas zu Essen bekam. Danach begann die Veranstaltung. Santa Claus mit Frau, Schneemann und Rentiere und alle, die dazugehören, führten durch ein buntes Programm aus Musik und Spielen. Es waren sehr viele Kinder da. Was danach passierte, war selbst für mich unfassbar... Die Kinder wurden auf den Hof geführt und nun kamen die Nummernkärtchen zum Einsatz, die jeder einzelne zu Beginn erhalten hatten. Sämtliche Walmart-Mitarbeiter haben nämlich für diese Veranstaltung ein Patenkind, welches sie nun beschenken. Ein riesiges Durcheinander entstand als diese nun mittels ihrer Nummer das passende Kind suchten. Umso größer war die Freude dann, wenn sich ein Paar gefunden hatte. Die Geschenke waren überwältigend, das waren keine Kleinigkeiten, sondern von Rollern über Elektroautos und Barbies mit allem Zubehör war alles dabei. Für die meisten Kinder war dies das einzige Geschenk, das sie zu Weihnachten bekommen. Daher war es auch nur allzu verständlich, dass manche Kinder regelrecht geschockt waren und vollkommen unfähig, sich wirklich zu freuen, weil sie, teilweise ganz verschüchtert durch die Überschwenglichkeit ihrer Paten und die ganzen Fotografen, es überhaupt nicht begreifen konnten. Es war eine Veranstaltung, die einen faden Beigeschmack hatte, doch die leuchtenden Augen der Kinder und die Freude als wir dann wieder im Bus und auf dem Rückweg waren, machten es dann doch schwer, alles zu verurteilen...







Plätzchen backen 2008

Das war eine tolle Aktion...eine schöne deutsche Tradition. Mareike hatte sich bereiterklärt mit den Kindern von EducArte Weihnachtsplätzchen zu backen und sämtliche Zutaten besorgt. Gesagt...getan!

Wir mussten die Kinder in zwei Gruppen teilen, weil es so viele waren. Was wir vollkommen unterschätzt hatten, war die Tatsache, daß Backen mit Gasherd und somit lediglich Unterhitze gar nicht so problemlos ist wie wir das in Deutschland gewöhnt waren. So wurden die Plätzchen in der Mitte schon fast schwarz während die an den Seiten noch fast roh waren. Alles in Allem dauerte alles viel länger als wir erwartet hatten, was den Kindern jedoch nichts weiter ausmachte. Mit viel Spaß waren alle ganz hochkonzentriert bei der Sache und am Ende mächtig stolz auf ihre Werke.