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So, nun ist es offiziell, die olympischen Winterspiele können nun auch im westlichen Hochland Guatemalas stattfinden ;-)  

Na gut, soweit ist es dann doch noch nicht.

Wetter- und klimatechnisch hat das kleine mittelamerikanische Land ja so Einiges zu bieten, aber eventueller Schneefall wird da in den Reiseberichten eher nicht erwähnt.  

Die Menschen im Departamento San Marcos staunten jedenfalls nicht schlecht als sie eines Morgens die weiße Pracht erblickten.  

Zuvor hatten die Bewohner Antiguas noch eine Schneedecke auf der Spitze des Vulkans Acatenango beobachtet, was nicht ganz so außergewöhnlich ist, aber dennoch sehr selten vorkommt.

In den Medien und sozialen Netzwerken drückten die Menschen aus den betroffenen Gebieten ihre Freude über das Naturspektakel aus. Die Lehrer verschiedener Bildungseinrichtungen verlegten kurzerhand ihren Unterricht nach draußen, um mit den Schülern die schneebedeckten Berge und Bäume zu betrachten, einige Leute bauten sogar Schneemänner. 

So wunderschön der Anblick und auch die Erfahrung für die Menschen war, so ist es dennoch bedenklich, dass sich diese extremen Kaltfronten womöglich häufen könnten. Allein die Tatsache, dass die Menschen in Guatemala keine Heizungen in ihren Häusern haben und bei vielen sogar der Wind direkt durch die Wellblechhütten pfeift, wirkt dann doch ernüchternd. 

Laut Nationalem Institut für Seismologie, Vulkanologie und Hydrologie ist dieses eher ungewöhnliche Wetterphänomen in Guatemala auf den Klimawandel zurückzuführen. Möglicherweise waren dies also nicht die letzten Schneemänner, die in Guatemala gebaut wurden. 

Die Kölnerin Helena Mainka (in Guatemala Elena genannt) hat nach dem Abitur beschlossen, Lateinamerika kennenzulernen. Zwei Monate hat sie bei EducArte als Voluntärin in der Ferienschule gearbeitet. Die 18-jährige hat sich durch ihre positive und offene Art sowie durch ihre große Eigeninitiative sehr beliebt gemacht, sowohl bei den Kindern als auch bei den Lehrern.    

Eileen: Warum bist du nach Guatemala gekommen? 

Helena: Als das Ende der Schulzeit nahte, stand fest, dass ich nach dem Abitur ein Jahr Pause brauche. Da ich sowieso noch nicht wusste, was ich in Zukunft studieren möchte, passte mir das eigentlich ganz gut. Einige meiner Freunde waren schon während der Schulzeit in Lateinamerika und haben mir viel erzählt, Fotos gezeigt und vor allem die Musik in meine Ohren gebracht. Wir sind immer zusammen auf Reggaeton Partys gegangen. Ich liebe die Sprache und war hin und weg von all den Erzählungen, Bildern und Vorstellungen über Lateinamerika. Als dann auch noch eine Austauschschülerin aus Chile zu mir kam, stand fest, dass ich nach Lateinamerika möchte. Warum Guatemala? Mit Proyecto Mosaico habe ich eine Organisation gefunden, die verschiedene soziale und ökologische Projekte in Zentralamerika vermittelt. Da ich die Länder, in die ich reisen würde, nicht nur aus Touristenaugen kennenlernen, sondern die Leute, das Land, die Kultur und die Problematik richtig kennenlernen wollte, war ich von der Idee, in einem sozialen Projekt mit Kindern mitzuarbeiten begeistert. Als ich dann die Seite durchforstete, waren ziemlich viele schöne Projekte in Guatemala. Unter anderem das Projekt EducArte, was mich sehr angesprochen hat.    

Eileen: Hast du schon Spanisch gesprochen? 

Helena: Insgesamt habe ich 2 Jahre Spanischunterricht gehabt. Wobei man sagen muss, dass ich eher gelernt habe, eine Analyse von komplizierten Texten über die illegale Einwanderung von Afrika nach Spanien oder México in die USA zu schreiben, anstatt zu lernen, wie man Brot in einer Bäckerei bestellt. 

Eileen: Was war deine Aufgabe bei EducArte? 

Helena: Ich habe den Lehrern geholfen, mit den kleinen Kindern zu kochen, zu malen oder zu basteln. Ziemlich schnell wollte ich aber aktiver werden und habe selbst Unterricht in Englisch und TaekwonDo gegeben. Schnell habe ich regelmäßige Zeiten gehabt und mit den Kindern gelernt und Sport getrieben. Außerdem war ich bei vielen Veranstaltungen als Helfer dabei, wie z.B. dem Kunstfestival, dem Aktionstag “Keine Gewalt gegen Frauen” oder  anderen. Dabei muss man allerdings sagen, dass ich selbst viel mehr gelernt habe. 

Eileen: Was gefällt dir an EducArte und was könnte man deiner Meinung nach noch verbessern?  

Helena: Mir gefällt, dass die Lehrer und Lehrerinnen sehr gut und lieb mit all ihren Kindern arbeiten, dass die Kinder sehr gut aufgehoben sind und dass sie sehr viele verschiedene Unterrichtsarten haben. Meiner Meinung nach könnte man an der Pünktlichkeit der Lehrer und der Kinder arbeiten und daran, im Vorhinein ordentlich zu organisieren, welche Kinder wann und wo zu erscheinen haben.  Klar, machmal kann man daran nichts ändern, da man die Familiensituationen der einzelnen Kinder nicht ganz kennt, aber mir kam manchmal alles ein bißchen durcheinander vor.

Eileen: Wie schätzt du deine Erfahrung bei EducArte ein?

Helena: Meine Erfahrungen wurden eigentlich nur positiv geprägt. Ich hatte eine unglaublich tolle Zeit, mit lustigen und lehrreichen Gesprächen mit den Lehrern, mit viel Unterstützung und Engagement. Es gab immer viel zu tun.  Meine Vorstellungen wurden in keinster Weise enttäuscht. Letztendlich habe ich viel mehr TaekwonDo-Unterricht gegeben und viel weniger Englischunterricht als gedacht, was ich aber gar nicht schlimm fand.  

Eileen: Was kannst du anderen Voluntären empfehlen oder raten? 

Helena: Oh, das ist schwer. Denn ich denke, dass jeder erst einmal seine Zeit braucht, in das Projekt und die Strukturen reinzufinden. Deswegen auf jeden Fall mindestens 2 Monate oder länger bleiben, damit man alle Kinder, Lehrer und Abläufe gut kennenlernen und sich gut reinfinden kann. Ich glaube außerdem, dass es gut ist, wenn man selbst Englischunterricht und eine andere Aktivität einbringt, damit die Kinder das Gefühl haben, dass man ihnen ein kleines bißchen geben kann und nicht nur dabei sitzt und zuguckt. Außerdem: einfach offen sein, auf die Kinder zugehen, mit ihnen spielen und auf sie hören. Denn von den Kleinen kann man echt mehr lernen, als man denken mag. Mit Vorsicht und Achtung an die Probleme der Kinder und deren Familien gehen. Es ist sehr interessant, all die Probleme der Frauen oder die Armut mitzubekommen. Man selbst kann als Ausländer nicht die Welt verändern, aber man kann einfach ein bißchen was dafür tun, dass die Kinder eine gute Zeit haben und Bildung bekommen. Nicht aufgeben, wenn man am Anfang nicht alles versteht oder sagen kann. Das kommt langsam mit der Zeit, auch wenn die Kinder einen auslachen oder man gar nicht weiß, was alle von einem wollen. Kopf hoch, Erfahrungen sammeln, nach vorne schauen und weitermachen! ;)

Eileen: Wie geht es bei dir nun weiter? 

Helena: Jetzt fliege ich erst einmal für 2 Monate zu meiner Gastschwester nach Chile. Danach werde ich in einem sozialen Projekt in Ecuador mithelfen und ein bißchen reisen. Ich hoffe, dass es alles irgendwie gut klappt, da ich jetzt völlig allein bin. Aber auf dem Weg lernt man bestimmt immer nette Leute kennen. Und wenn ich dann Mitte Mai wieder nach Deutschland komme, muss ich mich wohl um meine Zukunft kümmern, herausfinden, was ich machen will und einen Studienplatz suchen. Außerdem will ich Leute in Deutschland über die Arbeit hier in Guatemala informieren und ihnen erklären, wie man wirklich effektiv helfen kann. 

Eileen: Welche Botschaft möchtest du EducArte übermitteln? 

Helena: Ihr Lieben, ich hatte eine unglaubliche Zeit. Ich habe die Kinder so lieb gewonnen. Auch die Lehrer überall zu treffen und mit ihnen in Ciudad Vieja und Antigua zu leben, hat mir Erfahrungen gegeben, die ich niemals vergessen werde. Ich habe das Land und die Leute in mein Herz geschlossen und bin dankbar für alles, was ich lernen durfte. Mit euch ist die Welt ein bisschen besser, mit euch bekommen Kinder die Möglichkeit, Kind zu sein. Bitte, macht weiter so mit viel Kraft und natürlich viel Liebe, Vertrauen und Hoffnung. Eine andere Welt ist möglich.

3848-mal von Ciudad Vieja nach Antigua

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Das ist die Strecke, die Frank Herrmann bei seiner “Fairen Biketour” in Deutschland mit dem Fahrrad zurückgelegt hat. 

Damit sich die Kinder vorstellen können, wieviel 4618 Kilometer und 40769 Höhenkilometer sind, hat er sich die Mühe gemacht, die Zahlen in Einheiten umzurechnen, die für sie besser nachvollziehbar sind. Das ist als so viel wie in 114 Tagen 3848-mal nach Antigua zu fahren und von den Höhen-unterschieden her 110 mal den Vulkan Agua zu besteigen. Da staunen die Kinder nicht schlecht. 

In einer kleinen Präsentation stellt Frank einige Orte auf seiner Route vor, beantwortet neugierige Fragen und kommentiert witzige Bemerkungen der Kids. 

 

Karneval und Valentinstag

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Wie schon des Öfteren wird bei EducArte Karneval und Valentinstag zusammengelegt. Warum auch nicht? Wann sonst bekommen Spiderman und andere Superhelden die Möglichkeit, kleine Freundschaftskärtchen auszutauschen. Die Feier ist am 12. Februar, also noch vor dem eigentlichen Valentinstag. Doch zunächst muss noch Einiges vorbereitet werden.

Die Freundschaftskärtchen müssen gebastelt und die Eierschalen bemalt und mit Konfetti gefüllt werden. Bei den Eiern handelt es sich um eine typische Karnevalstradition. Sie werden später beim Fest auf den Köpfen zerschlagen. Das hört sich brutal an, ist aber ein Heidenspaß für alle…und noch Tage später findet man Konfettireste in den Kleidern und sämtlichen Ecken und Ritzen des Hauses. 

Dann ist es endlich soweit.  

Stolz zeigen sich die Kinder in ihren Kostümen bei dem Umzug durch die Straßen Ciudad Viejas. 

Später finden sich alle wieder bei EducArte ein und die Feier kann beginnen.

Den eigentlichen Valentinstag feiert dann jede Gruppe ganz speziell, so wie hier im Bild die Kleinsten bei EducArte.

 

Lebenslanges Lernen

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Was vielleicht wie eine Strafe klingen mag, soll lediglich deutlich machen, dass sich EducArte als Organisation und jeder Einzelne im Team ständig weiterentwickelt und neu dazu lernt. Solche Prozesse sollen daher zusätzlich mit Weiterbildungen gefördert werden. So nehmen die Mitarbeiter verschiedene Weiterbildungsangebote wahr und erweitern damit nicht nur ihren persönlichen Horizont, sondern bereichern mit ihrem neuen Wissen und Techniken auch die Bildungsarbeit der Einrichtung.

Fressy und Luis haben in diesem Monat an einem Workshop teilgenommen, bei dem es um die die Gendertheorie geht und wie die Arbeit der Geschlechtergleichberechtigung in kulturellen Zentren Anwendung findet.     

 

Kunst, Bewegung und Berufsausbildung…

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Die Bildung bei EducArte geht schon immer weit über die Schulbildung hinaus. Lesen, Schreiben und Auswendiglernen ist uns einfach nicht genug. 

Die Kinder sollen sich frei bewegen können, das heißt sie müssen ihren Körper kennen, fördern und fordern lernen. 

Sie sollen ihre Gedanken zum Ausdruck bringen, das Wort ergreifen können und kreativ bleiben.

Einmal in der Woche gehen die Schüler der extrakurrikulären Grundschule zu einem Schreinereiprojekt für Kinder und Jugendliche. Dort lernen sie Theorie und Praxis des Schreinerberufes kennen. 

Natürlich müssen jetzt nicht alle Schreiner werden, aber einen richtigen Beruf zu erlernen, seine Kreativität auf andere Art und Weise zu fördern, den Umgang mit hochwertigen Materialien und Werkzeugen zu lernen sowie die Erfahrung, selbst etwas herstellen  zu können, hat einen ungemeinen Bildungswert.

 

…und warum Jonglieren nicht nur Zeitvertreib und Zirkus ist 

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In diesen eben ausgeführten Bereich gehört auch die Artistik und ganz speziell das Jonglieren, das Spiel mit dem Diabolo und verschiedene Formen der Kontaktjonglage, bei denen  Gegenstände auf dem Körper balanciert werden. Leider wird der Wert dieser Bewegungskunst oftmals unterschätzt. Dabei gilt es als erwiesen, das derartige Übungen entspannen, das Körpergefühl stärken und die Gehirnleistung fördern, außerdem bringt es Spaß. 

In diesem Jahr legt EducArte ganz besonderen Wert auf diese Form der Entwicklungsförderung.

Noch ist es Lehrer Hansel, der die staunenden Blicke auf sich zieht, doch EducArte ist sich ziemlich sicher, dass wir in den nächsten Monaten eine  Menge kleiner Artisten vorstellen können. Ein weiterer pädagogischer Effekt stellt sich ein, wenn die Kinder lernen müssen, mit ihrer Frustration umzugehen, weil nicht gleich alles auf Anhieb klappt. Sie werden dazu angeregt, nicht gleich aufzugeben, das Durchhaltevermögen wird eingeübt. 

 

Willkommen bei EducArte

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Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… (Hermann Hesse)

Das neue Jahr hat begonnen und somit auch das neue Schuljahr bei EducArte und zum ersten Mal seit Jahren fühlt es sich gar nicht so turbulent und chaotisch an. 

Mit neuer Energie und Tatendrang macht sich das EducArte-Team an die Arbeit. Es gibt viel zu tun, gehen wir es an. Im Anschluss stellen wir euch das Team vor:

Evelyn Hernández (Foto: links) leitet die drei Gruppen der Vorschule und wird dabei von Margarita Can (Foto: rechts) unterstützt.

Wie auch im letzten Jahr ist Luis Aguilar für Hausaufgabenhilfe, Sportunterricht außerschulische Aktivitäten und nun auch für die Bibliothek verantwortlich.

Lety Rodas betreut in diesem Jahr die beiden Gruppen der extrakurrikulären Grundschule. Das ist eine Schulform, welche Kindern, die das entsprechende Schulalter überschritten oder Lernschwierigkeiten haben, dennoch die Möglichkeit bietet, die Grundschule abzuschließen.

Hansel Rosas arbeitet mit den Kindern in Kunst, Artistik und Handwerk vor allem dahingehend, sich auf kreative Art und Weise zu öffnen und auszudrücken. Dazu gehören Aktivitäten wie Malen und Zeichnen, Jonglieren, Tischlern, Yoga, Übungen zur Verbesserung der Feinmotorik und Vieles mehr. 

Eileen Aldana übernimmt die Sexualerziehung der Kinder und Jugendlichen ab der 1. Klasse und organisiert außerdem die “Elternschule”.

Und dann ist da noch die oft unterschätzte, aber unersetzliche Arbeit hinter den Kulissen:

Fressy Nájera koordiniert als Leiterin der Einrichtung alle Programme und kümmert sich speziell um das Stipendienprogramm, was unter anderem unendlich viel Papierkram und Behördengänge beinhaltet. Sie hält den Kontakt zwischen EducArte und den anderen Bildungseinrichtungen sowie zwischen Schülern, Lehrern und Eltern aufrecht.

Rocío Hernández ist zuständig für die Buchhaltung und den Bereich Sozialarbeit. Sie befindet sich im permanenten Austausch mit den Familien und besucht diese auch zu Hause. Zu ihrem Aufgabenbereich zählt außerdem die Organisation der Kinderkantine.                        

Alejandra Hernández (Foto: rechts) befasst sich als Dirktorin mit sämtlichen Verwaltungsaufgaben, Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising und führt externe Weiterbildungen und Workshops durch. 

Tatkräftig unterstützt wird Alejandra im Verwaltungsbereich von Assistentin Priscila Aquino, die seit diesem Jahr zur EducArte-Familie zählt. 

Wir wünschen nochmals allen Mitarbeitern, Freunden und Unterstützern einen guten Start und vor allem ein positives und nachhaltiges neues Jahr.