Auszeichnungen
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Am 13. September fand in den Räumlichkeiten der Verwaltungsgemeinde Ciudad Vieja ein offizieller Festakt statt, bei dem alle Fahnenträger (d.h. die besten Schüler ihrer Klassenstufe) sämtlicher Bildungseinrichtungen in und um Ciudad Vieja herum für ihre schulischen Leistungen und Mühen geehrt wurden. Die gesamteVeranstaltung wird von der Gemeindeverwaltung selbst organisiert. Der Bügermeister persönlich und der Gemeinderat überreichen die Urkunden. Mehr als 50 Kinder, deren Familien und viele weitere Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. EducArte war mit Jesús, Abigail und Delwin vertreten, die voller Stolz ihre Urkunde entgegen nahmen.

 

Unabhängigkeitstag
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Guatemala feierte am 15. September seinen Unabhängigkeitstag und dafür wurden im ganzen Land verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen organisiert. Der Großteil der privaten Colegios und öffentlichen Schulen in Ciudad Vieja veranstaltete einen großen Umzug.

Auch die EducArte-Kids, die Stipendien für das Colegio “El Adelanto” haben, nahmen daran teil. Bei diesem Umzug wurden landestypische Aspekte präsentiert: die traditionelle Uniform, die Fahnenträger, die heimatlichen Symbole, die Musikkapelle und Vieles mehr.
Dies ist eine Tradition in ganz Guatemala und somit auch in Ciudad Vieja keine Ausnahme. Man zieht durch die Hauptstraßen und erfreut damit die Leute, abgesehen von den Autofahrern.

“24 -0”
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Im September nehmen die Schüler der extra-kurrikularen Grundschule am Projekt “24-0” (24 Stunden – 0 Gewalt) teil. Es handelt sich dabei um eine Bewegung, die Bewusstsein für eine Friedenskultur stiften möchte.
EducArte arbeitet bereits seit Jahren in diesem Bereich und spricht unter anderem Themen an wie Gewalt, Gender, Bürgerinitiative, Rechte und Verantwortung. Daher sind sämtliche unserer Aktivitäten auf eine Kultur des Friedens ausgerichtet. Auf den Straßen Ciudad Viejas machen die Schüler die Menchen auf dieses Thema aufmerksam und beziehen sie in die Aktion mit ein, damit auch sie Gesicht zeigen gegen Gewalt.

 

 

Spendenaktionen
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Um mehr Geldmittel zu beschaffen, organisiert das EducArte-Team verschiedene Aktionen, darunter auch das Vorführen von pädagogischen Dokumentationen zur Sexualerziehung für Kinder. Die erste Vorführung findet im Colegio “El Adelanto” statt mit ungefähr 15 Schülern. Ein kleiner Imbissstand wird natürlich auch aufgebaut.
Eine weitere Idee, mehr Spenden zu sammeln, ist der Verkauf des offiziellen T-Shirts, das es in verschiedenen Versionen geben soll. Eine davon ist das rote: Menos Casaca más Acción!!! (dt.: Weniger Gerede Mehr Aktion!!!) für Q75.00.

 

¡Menos casaca, Más acción!
(Weniger Gerede, mehr Aktion!)
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In diesem Monat endet dasPilotprojekt “Friedenserziehung durch Partizipation und Nicht-Gewalt” mit einer tollen Veranstaltung und vielen anderen Organisationen. Direktorin Alejandra Hernández hat das Projekt als Workshopleiterin erarbeitet und auch durchgeführt.
Während der letzten sieben Monate hat EducArte in Zuammenarbeit mit dem Institut für Technik und Wirtschaft in Antigua dieses Projekt realisiert, welches an Schüler der Mittleren Reife und Abitur gerichtet ist, d.h. an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre.
Im Anschluss an einer Reihe von Nachforschungen, Interviews und einer vorherigen Kontextualisierung der Bedürfnisse der Zielgruppe sollen mithilfe diverser spielpädagogischer Aktivitäten und Methodologie Folgendes für die teilnehmenden Schüler erreicht werden: Förderung und Sensibilisierung sowie Schaffung von Raum für Partizipation und Lernen.
Die folgenden Bereiche wurden während des Prozesses thematisiert: Gleichstellung, Gewalt, Rechte zur sexuellen Selbstbestimmung, Rechte von Kindern und Jugendlichen, Selbstbewusstsein und soziale Beteiligung in der Gesellschaft.
Dabei kommen Methoden der Volksbildung (educación popular) zur Anwendung, z.B. Diskussionsrunden zu bestimmten Themen, Vertrauenskreise, Ausstellungen, Bildungsausflüge, Theaterforen, Vorträge, usw. Wie haben die Teilnehmer den Prozess erlebt?
Die Themen waren interessant und sehr bedeutend und wichtig. Sie brachten uns zum Nachdenken darüber, wie wir miteinander umgehen und uns wahrnehmen. Zugleich erkannten wir, dass wir als Jugendliche und Schüler nicht nur Pflichten haben, sondern auch Rechte, die wir oftmals gar nicht
kennen. Eine andere überaus wichtige Sache war die Aufklärung über unsere Rechte der sexuellen Selbstbestimmung. Es war schon ziemlich interessant zu sehen, wie viele Mitschüler Zweifel zum Thema Sexualität haben, sich aber aus Angst nicht trauen, Fragen zu stellen und dies lieber für sich behalten und ohne Antworten bleiben. Obwohl wir anfangs in vielen Fällen die Bedeutung nicht verstanden haben oder besser gesagt, die Wichtigkeit von Partizipation und Information nicht kannten, so begriffen wir am Ende des Prozesses, dass wir als Jugendliche die Zukunft sind und daher Verantwortung tragen und Information und Bildung einfach notwendig sind.

Wie wurde das Projekt aus Sicht der Leiterin erlebt?
Schon zu Beginn und nach Voruntersuchung und Kontextualisierung war bereits ein Pilotplan aufgestellt, doch während des Prozesses wurde mir schnell klar, dass Improvisationstalent gefragt ist sowie die Fähigkeit, sein Konzept spontan ändern und anpassen zu können. Es gab viele Unklarheiten und Zweifel unter den Teilnehmern. Die Gruppen unterschieden sich in ihrer Motivation je nach Stundenplan und Räumlichkeiten.

Die Lehrer spielten ebenso eine maßgebliche Rolle dafür, wie der Prozess empfunden wurde.

Es ist mir wichtig zu erwähnen, dass sich die Schüler der technischen Ausbildungen, abgesehen vom technischen Zeichnen, weniger einbringen und beteiligen und somit auch kaum das Recht auf Meinungsäußerung in Anspruch nehmen. Diese Situation sollte aufmerksam beobachtet werden, um der Weiterführung dieser autoritären Anpssungsform entgegenzuwirken. Ohne die Absicht, die gesamte Schülerschaft hinsichtlich ihrer Ausbildungsrichtung zu spalten, muss dennoch festgestellt werden, dass es große Unterschiede zwischen Verwaltungsausbildungen gibt, in denen die Schüler offener für Teilnahme, Reden und vor allem für Umgestaltung sind.

Ein weiterer Gesichtspunkt, der hervorsticht, ist das große Bedürfnis der Schüler gehört und beachtet zu werden, und zwar auf eine sensiblere und menschlichere Art und Weise sowie in ihrer eigenen Sprache, einer partnerschaftlichen Kommunikation und nicht der einer Überlegenheit. Diese führt lediglich dazu, dass sich die Kids verschließen, nicht beteiligen und nicht reden.
Am Ende des Workshops ließ sich eine angeregte Entschlossenheit beobachten sowie eine Notwendigkeit, diese Form des Lernens in derartigen Bildungseinrichtungen.
Denn schon mit kleinen Schritten lassen sich große Resultate erzielen. In diesen Institutionen gibt es viele große und positive Führungspersönlichkeiten unter den Schülern und Studenten, in die es sich lohnt, Zeit und Mühe zu investieren. Mit einer gesunden Selbstwahrnehmung und mithilfe eines bewussten Lernens könnten sie einen enormen Beitrag leisten, damit ihr schulisches Umfeld, dieses Land, dieser Planet, diese Welt jeden Tag ein wenig besser wird.
Außerdem empfehle ich dringend, mit den Eltern und den Lehrern zu arbeiten. Auf diese Weise erreichen wir eine ganzheitliche Bildung in allen Bereichen, die mit den Schülern zu tun haben. Eine höhere Sensibilisierung, mehr Information und Verbindlichkeit hinsichtlich dieser Lernform und Themen wie sexueller Gesundheit sollten besonders für Lehrer unverzichtbar sein.
Wir bedanken uns und beglückwünschen das Institut für Technik und Wirtschaft an dieser Herausforderung teilgenommen zu haben. Unsere Herausforderung im Kollektiv: Säen, Initiative zeigen und Umgestalten mittels Friedenserziehung!
Vielen Dank für die Mitarbeit und
Teilnahme.

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