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Sauberes Wasser für alle • • • Der Zugang zu sauberen Trinkwasser ist in unzähligen Ländern der Welt leider keine Selbstverständlichkeit…auch nicht in Guatemala. Leitungs- oder Brunnenwasser zu trinken, ist alles andere als empfehlenswert, wenngleich der Großteil der guatemlatekischen Bevölkerung keine andere Wahl hat, denn abgefülltes Trinkwasser zu kaufen gehört zum Luxus weniger Menschen in Guatemala.
Das überaus beeindruckende Projekt ecofiltro geht dieses weltweite Problem an und stellt Wasserfilter her. Mithilfe der finanziellen Unterstützung kanadischer Voluntäre war es im vergangenen Jahr möglich, mehreren Familien bei EducArte einen dieser Wasserfilter zur Verfügung zu stellen. Jedes Jahr muss der Filtereinsatz aus Ton ausgetauscht werden. Dafür haben die Familien das ganze Jahr über monatlich Geld bei EducArte gespart und konnten nun endlich ihren neuen Filtereinsatz entgegennehmen.

Mobile Bibliothek • • • Wenn niemand in die Bibliothek geht, dann kommt die Bibliothek eben zu den Leuten. Da es in Guatemala (aus verschiedenen Gründen) eine eher gering ausgeprägte Lesekultur gibt, muss man den Kindern und Erwachsenen das Wunderbare von Büchern erst einmal nahebringen und ihnen obendrein den Zugang ermöglichen.
Daher macht sich Lehrer Rony mit seinem “magischen Koffer” auf den Weg und besucht Schulen, Kindergärten und viele andere Bildungseinrichtungen, um bei den Kindern und Jugendlichen die Faszination für Bücher zu wecken.

“Gender und Gewaltprävention in Bildungseinrichtungen” • • • Dies ist der Titel und Inhalt eines Pilotprojektes, welches Direktorin Alejandra in diesem Monat begonnen hat. In einer Schule in Antigua arbeitet sie mit 305 Jugendlichen zu diesem Thema.
Ziel ist es, die Jugendlichen für dieses Thema zu sensibilisieren und zu ermutigen, sich aktiv für eine Kultur des Friedens einzusetzen. Das ist eine große Herausforderung, nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für Alejandra. Wir halten euch über den Fortgang des Projekts auf dem Laufenden.

Monat der Hygiene • • • Dieser Monat steht ganz unter dem Thema “Hygiene”.
Alle Gruppen haben dazu verschiedene Bereiche bearbeitet und am Ende des Monats ihre Ergebnisse in einer “Hygiene- Messe” vorgestellt:
Was gehört zur persönlichen Hygiene? Pflegehinweise für die Haare. Wie putzt man sich richtig die Zähne? Und warum ist dies alles so wichtig? Dies und viele weitere Fragen sind Gegenstand der Aktivität.

April 2012: Interview mit Schulleiterin Fressy

Seit fast sechs Jahren gehört Fressia Nájera zum EducArte- Team. Die 30-jährige hat Verwaltungsfachangestellte gelernt, sich allerdings immer für den sozialen Bereich interessiert und engagiert.
Bei EducArte ist sie als Schulleiterin beschäftigt, kümmert sich um den täglichen Schulbetrieb und fungiert damit unter anderem als erste Ansprechpartnerin für Schüler, Lehrer, Eltern, Voluntäre, Interessierte, etc.

Eileen: Wie bist du zu EducArte gekommen?
Fressy: Alejandra und ich sind Freunde seit Schulzeiten. Als sie mit EducArte begann, arbeitete ich für eine junges belgisches Unternehmen, die einheimische “Cooperativen” unterstützten und später Früchte exportierten. Dort habe ich sehr viel gelernt und von da aus habe ich bereits Alejandra unterstützt, Kontakte hergestellt und die ein oder andere Mail versendet. Aus familiären Gründen hatte ich mich für eine Weile beruflich zurückgezogen und danach bei EducArte angefangen. Ich wollte eine neue Richtung einschlagen.
Eileen: Erzähl uns deinen Werdegang bei EducArte?
Fressy: Zunächst begann ich als Voluntärin, um das Projekt besser kennenzulernen und eventuell einen Platz für mich zu finden. So kam es, dass ich anfangs für das Freiwilligenprogramm verantwortlich war, dazu kam später die Sozialarbeit und nun bin ich Schulleiterin.
Eileen: Was gefällt dir an EducArte?
Fressy: Dass wir tatsächlich eine Wirkung auf die Menschen haben. Ich bin Teil eines Prozesses, der wirkliche Effekte erzielt und identifiziere mich vollkommen mit dieser Arbeit. Es freut mich, dass ich meine Fähigkeiten für jemanden… für die Leute, die Gemeinde einsetzen kann.
Eileen: Was gefällt dir weniger an dieser Arbeit?
Fressy: Mir fällt es schwer, wenn man mit den Eltern regelrecht zu kämpfen hat, weil sie ihre Pflichten nicht erfüllen oder ihre Verantwortung nicht übernehmen. Es frustriert mich, wenn die Menschen einfach nicht aufwachen wollen. Aber dafür arbeiten wir ja. Ich bin ein Mensch der ein gewisses Maß an Ordnung und Struktur braucht. Da ist es schwierig, wenn sich andere nicht an Abmachungen halten.
Eileen: Neben deiner Arbeit bei EducArte studierst du außerdem an den Wochenende. Erzähl uns mehr darüber?
Fressy: Ja, ich habe ein Stipendium für ein dreijähriges Politikstudium erhalten. Jeden zweiten Samstag von 8-15:30 Uhr finden die Kurse statt. Das ist ziemlich anstrengend, aber sehr interessant und gut organisiert. Es ist ein Studium der Theorie und Praxis. Ich bin bereits im zweiten Jahr. Aufgrund der Wahlen im letzten Jahr haben wir im Rahmen des Studiums Foren mit den Bürgermeisterkandidaten organisiert, Diskussionsrunden zum Thema veranstaltet und die Bevölkerung über ihr Wahlrecht aufgeklärt. Außerdem war ich als freiwillige Wahlbeobachterin tätig.
Eileen: Was motiviert dich für dieses Studium?
Fressy: Ich habe die Hoffnung auf ein besseres Guatemala, doch um mein Land positiv zu verändern, muss ich selbst aktiv werden und mich beteiligen…und später natürlich Präsidentin werden (lacht).
Eileen: Was tust du, um dich zu entspannen?
Fressy: Ich liebe meine Arbeit, aber ich versuche stets Arbeit und Privates zu trennen. Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und mag Yoga und Medidation. Außerdem bin ich äußerst gesellig und gehe gern mit Freunden aus.