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Bimester-Examen • • • Bei EducArte herrscht Prüfungsstress.
Alle zwei Monate werden die Schülerleistungen in jedem Fachbereich überprüft. Das führt zu allgemeiner Unruhe. Die Lehrer müssen die Examen vorbereiten und Vorbereitungs- unterricht abhalten während die Schüler lernen müssen. Sie sind so sehr auf die Prüfungen fixiert und angespannt, dass sie hinter jeder kleinen Unterrichtsaufgabe ein Examen vermuten.
Sogar die ganz Kleinen im Kindergarten und der Vorschule machen Prüfungen. In Sexualkunde gibt es keine Prüfung, sondern ein Spiel am Ende aller Unterrichtseinheiten.
Die Kids sind dennoch skeptisch.

Tag des Haustieres • • • Bevor es in die Osterferien geht, feiert EducArte den Tag des Haustieres. Dazu versammeln sich alle Schüler mit ihren Haustieren auf der Plaza in Ciudad Vieja.
Wer kein lebendiges Haustier hat, der darf sein Lieblingskuscheltier oder dergleichen mitbringen. Alle müssen der Reihe nach ihren tierischen Begleiter vorstellen und über dessen Fütterung und Haltung berichten.
Wir lernen verschiedene Hunde kennen, eine Katze, Fische, Tauben, Schild- kröten, Hamster, ein Huhn und viele Stofftiere.
Später kommen Vertreter einer Tierschutz-Organisation und stellen eher ungewöhnliche Haustiere vor, nämlich Reptilien. Sie sprechen außerdem über artgerechte Haltung und beantworten die Fragen der Kids.

“Der Tag an dem ich zur Mutter wurde” • • • In der “Elternschule” geht es in diesem Monat darum, gedanklich zurückzukehren und den Moment nachzuempfinden, als man zum ersten Mal schwanger war und das erste Kind zur Welt brachte.
Welche Gefühle und Veränderungen dies mit sich brachte, darüber tauschen sich die Frauen aus. Nicht immer sind das positive Gefühle und nicht immer sind das angenehme Erfahrungen. Ziel dieser Übung ist es, Aspekte der eigenen Geschichte und seines Kontextes zu erkennen und die verschiedenen Gefühle (wieder-) zuentdecken, die mit der Geburt des ersten Kindes zusammen- hängen, um über dieses einschneidende Lebensereignis sowie und dessen Adaption zu reflektieren.
Eine vertrauensvolle Grundlage innerhalb der Gruppe zu schaffen, in der sich die Frauen öffnen können, ist das Ziel jeder einzelnen monatlichen Versammlung.
Die folgende Zusammenfassung dieser Sitzung stammt von einer der Mütter: “Wie auch der Umstand sei, ein Kind ist immer ein Geschenk Gottes und dessen sollten wir uns immer bewusst sein, denn viele Menschen können keine Kinder bekommen, während einige von uns aufhören sollten, so viele in die Welt zu setzen.”

März 2012: Internationaler Frauentag

Am 8. März ist Frauentag, auch in Guatemala. Und während einige Männer auch einen Tag speziell für Männer fordern und verschiedene Einrichtungen zu diesem Anlass Kochkurse, Maniküre, Haareschneiden und dergleichen anbieten, Blumen verschenkt werden und für die Frauen mal “Etwas Schönes” veranstaltet werden soll, entgeht den meisten vollkommen, dass dies kein Feiertag für Frauen ist.
Frauen sind an diesem Tag doch nicht von Arbeit und sonstigen Pflichten befreit und selbst wenn sie an diesem Tag vielleicht netter behandelt werden oder eine Blume erhalten, dann ist dies lediglich ein trauriges Armutszeugnis derer, die noch nicht begriffen haben, was dieser Tag bedeutet.
Der 8. März ist ein Gedenktag, und zwar wird dem Kampf gedacht, dem Kampf der Frau gegen die ungerechte Behandlung und jegliche Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und auch gegen die Reduktion ihrer selbst auf lackierte Fingernägel und ein blumenliebendes schönes Wesen, welches sich an diesem 8. März einmal mehr hübsch zurecht machen darf.
Auch wenn die Frauen über die Jahrzehnte hinweg viel erreicht haben, so steht ihnen noch ein langer Weg bevor. Besonders in Guatemala, wo der sogenannte “Machismo” noch immer vorherrscht. Frauen haben oftmals kein Mitspracherecht, was die Familienplanung und selbst ihre Gesundheit angeht, Frauen werden als “Eigentum” ihrer Männer betrachtet und besitzen kaum oder keine Entscheidungsfreiheit in der Familie. Frauen werden auf der Straße respektlos und als Objekt behandelt, Gewalt gegen Frauen ist leider noch immer traurige Realität des alltäglichen Lebens.
Zu diesem Anlass möchte EducArte einmal mehr auf dieses Thema aufmerksam machen und die Menschen sensibilisieren. Die Veranstaltung, welche im Gemeindesaal von Ciudad Vieja stattfindet, ist an Jugendliche gerichtet, die im nächsten Jahr die Schule verlassen werden. Nicht alle Schulklassen haben zugesagt, nicht alle Direktoren waren von der Wichtigkeit des Themas überzeugt.
Der Saal war dennoch voll. Paulo von CasaSito moderiert die Veranstaltung während Dirktorin Alejandra die aktuelle Situation der Frau in Guatemala darstellt und damit ins Thema einleitet. Im Anschluss führt die Gruppe “Break the Silence” ein Theaterstück auf, in dem das AIDS-Thema fokussiert wird. Eine Vertreterin der Organisation “Manos Abiertas” (dt. Offene Hände) klärt die Jugendlichen über ihre Rechte hinsichtlich sexueller Orientierung, Familienplanung, Verhütungsmitteln und besonders das Mitsprache- und Entscheidungsrecht der Frau auf.
Gegenseitiger Respekt, Gleichheit bezogen auf Rechte und Pflichten beider Geschlechter und der gemeinsame Kampf für dieses Ziel steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Das heißt also auch gemeinsam aktiv werden und Verantwortung übernehmen. Bevor Alejandra die Schlussworte spricht, sind die Vertreter aller anwesenden Einrichtungen und Organisationen aufgefordert, eine letzte Botschaft an alle zu vermitteln