“Ferienclub” • • •  Die Ferien haben begonnen und mehr als 70 Kinder haben sich im Ferienclub eingeschrieben. Morgens kommen die “Kleinen” und nachmittags die “Großen” zu den jeweiligen Ferienangeboten. Dazu gehören: Zeichnen und Malen, Basteln, Sport, Recycling- Kunst, Tanz und Spiele.
Neben den altbekannten EducArte-Kids sind in diesem Jahr auch viele neue Kinder und damit auch neue Energie dazugekommen.
An vier Tagen in der Woche gibt es Ferienveranstaltungen und freitags wird für Lehrerweiterbildungen und Planung freigehalten.
Ebenso Teil des Ferienprogrammes sind die wöchentlichen Exkursionen. Jede Woche wird eine Fabrik, ein Betrieb oder eine Farm vorgestellt, um den Kindern bestimmte Arbeitsprozesse und Aufgabenfelder nahezubringen.
Zu Fuß oder mit dem Auto besuchen wir einen Betrieb, der Gemüse exportiert, eine Marmeladen- und eine Teppichfabrik und eine Macadamiafarm. Die Kinder sind begeistert. Es ist eine sehr schöne und aufregende Erfahrung für alle Beteiligten.

Wir denken über “Gender” nach • • •   An fünf Sonntagen kommen acht junge Mädchen bei EducArte zusammen, um sich unter der Leitung von Direktorin Alejandra mit dem Thema “Gender” auseinanderzusetzen.
Auf den Straßen Ciudad Viejas machen sie Umfragen zum Thema. Es handelt sich dabei um Fragen zu Stereotypen, z.B. wer das Sagen im Haus habe und vor allem Fragen zu Gewalt und Rechten. Die Gruppe bringt erschütternde Ergebnisse zusammen, von denen hier nur drei kurz genannt werden sollen: Einmal heißt es, dass Belästigung auf der Straße noch keine Gewalt sei, solange man niemanden anfasse. Eine weitere Antwort war, dass Frauen erst ein Recht auf Gesundheit haben, wenn sie verheiratet sind. Anderen geben an, dass Mädchen erst zu Hausfrauen erzogen werden müssen und dann eventuell Zugang zu Bildung erhalten sollten. Schockierend ist außerdem die Tatsache, dass sowohl Männer als auch Frauen derartige Äußerungen machen.
Abgesehen von den Umfragen und deren gemeinschaftliche Auswertung und Diskussion, erhalten die Mädchen Sexualkunde. In der letzten Sitzung wird ein Dokumentarfilm über eine Guatemaltekin gezeigt, die darum kämpft, dass der Mörder ihrer Schwester für sein Verbrechen bestraft wird. Im Anschluss an diesen aufwühlenden Film wird mithilfe einer Geschichte über ein Mädchen diskutiert, wann Gewalt stattfindet und wie man frühzeitig Situationen erkennt, die zu Gewalt führen können.
Stolz nehmen die acht Teilnehmerinnen ihr Diplom entgegen und feiern dies in einer Abschlussveranstaltung mit ihren Eltern bei EducArte. Gleichzeitig dient der Workshop auch zur Vorbereitung eines fünftägigen Intensiv-Workshops mit einer Gruppe USamerikanischer Studentinnen, die ausschließlich für diese Veranstaltung nach Guatemala gereist ist.

“Nein!” zur Gewalt gegen Frauen • • • Für eine Woche sind sie nach Guatemala gekommen, um EducArte kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen, wie Frauen in einer anderen Kultur leben. Gemeinsam mit Alejandras Workshopgruppe verbringen die Studentinnen fünf Tage, lernen sich kennen, tauschen sich aus und arbeiten zu verschieden “Gender”-Aspekten. Jeder Tag hat ein bestimmtes Thema, nach dem sich die verschiedenen Aktivitäten richten.
Erstes Thema ist: Gesundheit. Dazu besuchen sie die Asociación Manos Abiertas (dt. Offene Hände) in Ciudad Vieja, die Frauen Aufklärung zur Familienplanung, gynäkologische Untersuchungen, Schwangerschaftsbegleitung und Geburtshilfe anbieten. Das Dienstagsthema heißt: “Die Entwicklung der Frau”. Hierfür fährt die Gruppe in die Gemeinde Santiago Zamora und lernt die dortige Frauenkooperation der Weberinnen kennen.
Mittwoch gilt der Sexualkunde und am Donnerstag wird mittels eines Dokumentarfilms Gewalt thematisiert. Am Abend dieses Donnertags feiern alle gemeinsam den amerikanischen Feiertag Thanksgiving.
Höhepunkt aller vorherigen Veranstaltungen ist die alljährliche Demonstration gegen die Gewalt gegen Frauen am Freitag, den 25. November. Vor allem in der Hauptstadt wird an diesem Tag demonstriert, doch EducArte ist der Meinung, dass es ebenso dringend notwendig ist, die Bevölkerung in Ciudad Vieja auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Schließlich gibt es genau hier in unserer Gemeinde ein besonders hohes Vorkommen innerfamiliärer sowie sexueller Gewalt. Mit Bannern und Schildern laufen wir durch die Straßen und verlesen über Lautsprecher, was als Gewalt zu bezeichnen ist und dass Frauen Rechte haben. “Wir sind nicht einverstanden und wir tolerieren keine Form von Gewalt” lautet die allgemeine Botschaft.
Schon jetzt gaben die Studentinnen bekannt, dass sie diese Reise im Jahr 2013 wiederholen möchten. Noch am selben Abend spricht Direktorin Alejandra in einer anderen Einrichtung über die Gewalt gegen Frauen in Sacatepéquez (dem Departamento, dem Antigua und Ciudad Vieja angehören)