Im Jahr 2002 begann Alejandra Hernández mit einigen Freunden Ferienaktivitäten für Kinder aus sozioökonomisch schwachen Familien zu organisieren. Sie nannten ihr Projekt „EducArte“, denn ihre Idee war es, Bildung über Kunst zu vermitteln. Die damalige Studentin hätte sich wohl nie träumen lassen, dass aus dieser kleinen Ferieninitiative eines Tages kleines fest etabliertes Gemeindezentrum werden würde.

Eileen: Was bedeutet für dich EducArte?
Alejandra:
Für mich ist EducArte ein Raum, wo man „sein“ kann, träumen, sich ausdrücken und frei fühlen kann. Wir drängen die Kinder und ihre Familien nicht in eine Opferrolle, sondern versuchen ihnen empathisch gegenüberzutreten. Dabei wird jeder mit Respekt und Würde behandelt. Es ist mehr als nur ein Projekt, es ist eine Lebensart, ein Aufbegehren gegenüber jeglicher sozialer Benachteiligung. Es ist eine Familie, wo Lernen und Lehren beidseitig stattfindet und soziale Stärkung sowie Entwicklung Mittelpunkt aller Programme und Aktivitäten ist.
Eileen:
Wie siehst du die Entwicklung des Projekts?
Alejandra:
Stets kommen neue Menschen, aber auch neue Erkenntnisse, Hilfeformen und Methoden dazu, was wiederum mehr Verantwortung und Anforderungen mit sich bringt, doch das sehe ich als sehr positiv. Was die Räumlichkeiten angeht, so wirkt sich dieses Wachstum weniger positiv aus.
Eileen: Was wünschst du dir für EducArte?
Alejandra: So vieles, mehr Platz, mehr Bildungsmöglichkeiten für die Familien sowie unsere Mitarbeiter. Mein großer Traum ist: mehr EducArtes in anderen Gemeinden Guatemalas.
Eileen: Was treibt dich an?
Alejandra: Jeden Tag sehe ich den Mangel an Bildung, Gerechtigkeit und sozialem Bewußtsein. Der Traum einer besseren Zukunft, wo jeder für seine Arbeit das erhält, was er verdient, gibt mir Energie.
Eileen: Was tust du, um dich von der Arbeit zu entspannen?
Alejandra: Ich lese gern, höre Trova und Raggae-Musik und ich mag gute Gespräche mit ganz verschiedenen Leuten. Aber am meisten entspannt es mich, barfuß zu sein. Ich glaube, sobald ich die Schuhe ausziehe, kann ich besser denken.
Eileen: Wenn du eine Sache in deiner Welt ändern könntest, was wäre das?
Alejandra: Ich denke …da gibt es nichts. Alles ist doch irgendwie eine Konsequenz dessen, was wir denken und leben. Daher versuche ich lediglich verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen