November 2010: Interview mit María Raymunda

Vor 18 Jahren kam Doña Raymunda (57) mit ihrem Ehemann und den Kindern aus dem nicht weit entfernten Alotenango nach Ciudad Vieja, um auf der Finca* zu arbeiten, wo sie noch heute leben. Sechs ihrer 10 Kinder sind bereits verheiratet.
Die jüngeren vier leben noch immer bei der Familie, darunter auch Josué, der bei EducArte zur Schule geht. Tochter Olga lebt mit ihrer Familie ebenfalls mit auf der Finca. Ihre Töchter Flory und Ruth besuchen EducArte.
Auf der Finca teilt sich jede der beiden Familie ein kleines Zimmer, man kocht im Freien mit Feuerholz.
Eileen: Wie verdienen Sie sich Ihren Lebensunterhalt?
Raymunda: Wir müssen hier nur Strom und Wasser zahlen, weil wir auf die Finca aufpassen und mein Mann hier auf dem Feld arbeitet. Er verdient jeden Monat ungefähr Q400 Quetzales (umgerechnet ungefähr 40€) und arbeitet dafür jeden Tag. Ich verkaufe Tortillas. Das ist nicht viel Geld zum Leben, aber zwei meiner älteren Söhne unterstützen uns mit ein bißchen Geld jeden Monat.

Eileen: Wie sind Sie auf EducArte als Schule gekommen?
Raymunda: Wir wohnen ja nur wenige Meter entfernt und Josué geht da jetzt schon seit drei Jahren hin, genau wie Flory und Ruth. Wir sind sehr zufrieden mit EducArte.
Eileen: Was macht EducArte so besonders?
Raymunda: Die Kinder sind sehr glücklich dort. Es macht ihnen Spaß und sie gehen gern hin.
Eileen: Was versprechen Sie sich von der Schulbildung?
Raymunda: Meine Mutter war alleinerziehend und schickte mich nicht zur Schule. Ich habe nie lesen und Schreiben gelernt, sondern schon früh angefangen zu arbeiten. Aber man verdient da nicht viel. Wenn Josué lesen und schreiben kann, hat er hoffentlich bessere Chancen, eine Arbeit zu bekommen, die gut bezahlt wird.
Eileen: Was macht Josué gerade in den Ferien?
Raymunda: Er geht einen Tag in der Woche zu EducArte, und zwar wenn Kunst ist. An den restlichen Tagen hilft er seinem Vater auf dem Feld. Auch Ruth, Flory und ihre Mutter helfen mit.
Eileen: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?
Raymunda: …, dass sie eine Arbeit finden, wo sie Geld verdienen, von dem sie gut leben und eine Familie ernähren können.