August 2010: Im Interview mit Jesús Alfredo

Jesús ist mit seinen 12 Jahren das jüngste von sieben Kindern. Er lebt allein mit seiner Mutter in einer kleinen Wellblechhütte. Küche und Toilette befinden sich im Freien, es gibt aber Strom und Wasser. Seine Geschwister sind bereits volljährig und verheiratet. Kurz nachdem Jesús geboren wurde, verließ sein Vater die Familie, er hat ihn nie kennengelernt.
Seine größeren Geschwister unterstützen ihn und seine Mutter finanziell, da diese keine Arbeit hat. Jesús kommt schon seit mehreren Jahren zu EducArte.

Eileen: Hast du schon immer in Ciudad Vieja gelebt?
Jesús: Ich bin in Antigua geboren und wir sind nach Ciudad Vieja gezogen, da war ich noch ganz klein. Meine Mutter stammt aber ursprünglich aus Huehuetenango*.
Eileen: Sprichst du dann auch ihre Sprache?
Jesús: Ich kann nur ein paar Wörter. Sie spricht Q’anjob’al oder so ähnlich. (Er weiß nicht genau, wie die Sprache heißt bzw. wie man sie ausspricht.)
Eileen: Fehlt dir dein Vater?
Jesús: Manchmal, aber nur ganz selten. Ich kenne ihn ja nicht, da ist es mir meist egal.
Eileen: Wie geht es in der Schule?
Jesús: Gut. Mir gefällt die Schule, besonders die Wissenschaftsfächer.
Eileen: Du hast im Mai mit der Kunstgruppe “Hand ans Werk” an einem Kunst-Festival teilgenommen und am Ende sogar gewonnen. Von 20 verschiedenen Kunstgruppen aus ganz Guatemala wurde dein Werk ausgewählt, um in Mexiko am Endausscheid teilzunehmen. Wie war das für dich?
Jesús: Unglaublich. Ich war sehr froh und hätte das niemals erwartet. Meine Mutter war sehr stolz auf mich und hat mir gratuliert.
Eileen: Was gibt dir die Kunst?
Jesús: Sie hilft mir und entspannt mich.
Eileen: Was bedeutet dir EducArte?
Jesús: Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Lehrer sind nett. Man lernt und spielt und am wichtigsten ist, ich kann malen.
Eileen: Was möchtest du später mal werden?
Jesús: Maler