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Micaela ist eines von  11 Kindern. Sie ist 29 Jahre alt und damit die Zweitälteste. Seit 5 Monaten arbeitet sie bei EducArte als Köchin und Reinigungskraft. Ihre beiden Söhne, Willy und Selvin, wie auch ihre beiden jüngsten Schwestern, Mariela und Evelin, kommen schon seit Jahren zu EducArte. Micaela und ihre Familie lebt bei ihren Eltern, mit sechs ihrer Geschwister und deren Kindern auf einem kleinen Grundstück. Sie haben ein kleines Zimmer und eine winzige Küche. Ein kleines Häuschen steht ein wenig entfernt und dient als Gemeinschaftstoilette. Es gibt zwar Wasser, aber den Strom bekommen sie vom Nachbarn. Ich habe mit Micaela gesprochen und sie hat mir ihre Geschichte erzählt:

Eileen: Micaela, wo kommt deine Familie ursprünglich her?

Micaela: Als ich 9 Jahre alt war kamen wir aus einem kleinen Dorf im Departamento Huehuetenango*  hier her. Es gab dort keine Arbeit und wenn die Ernten schlecht waren, hatten wir gar nichts. Hier in Ciudad Vieja ist es zwar auch nicht einfach, aber von dem bisschen Geld, das wir verdienen, können wir wenigstens leben. Zur Zeit gehen meine Eltern und Geschwister Kaffeepflücken.

Eileen: Welche Sprache sprecht ihr zu Hause?

Micaela: Wir sprechen ursprünglich Q’anjob’al, aber mit meinen Kindern spreche ich nur Spanisch. Ich möchte lieber, dass sie gut Spanisch lernen, damit sie keine Probleme in der Schule haben und richtig lernen können. Q’anjob’al sprechen eigentlich nur noch meine Eltern.

Eileen: Wie kamst du zu der Arbeit bei EducArte?

Micaela: Ich habe vorher als Hausmädchen gearbeitet, aber da kam ich immer erst 8 Uhr abends nach Hause. Da schliefen meine Kinder meist schon, ohne vorher gegessen zu haben. Als ich hörte, dass EducArte eine Köchin sucht, habe ich mich sofort vorgestellt. Ich mag die Arbeit sehr, vor allem wegen der Kinder.

Eileen: Was gefällt dir an EducArte?

Micaela: Meine Kinder und Geschwister waren die ersten Kinder bei EducArte. Damals war es noch keine Schule, sondern ein Freizeitprojekt. Mir gefällt einfach, was sie den Kindern beibringen und wie sie unterrichten, auch neben dem Schulunterricht. Außerdem unterstützen  sie auch uns sehr (Anm. Damit meint sie das Patenschaftsprogramm und die soziale Familienhilfe bei EducArte).

Eileen: Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Kinder?

Micaela: Ich möchte, dass meine Söhne studieren, am liebsten Architektur. Ich habe nie lesen gelernt. Auch wenn ich es nie geschafft habe, so will ich alles dafür tun, damit aus ihnen etwas wird. Dafür arbeite ich.

Mariela ist ist Micaelas Schwester und seit 5 Jahren bei EducArte. Sie mag die Schule sehr, vor allem die Lehrer seien toll. Sie wünscht sich, alle Klassen zu bestehen und möchte später mal Sekretärin werden. Für ihre nähere Zukunft hat sie allerdings ein anderes Ziel. Sie möchte nämlich zur Miss Karneval 2010 gewählt werden und hat dafür schon die gesamte Schule mit „Wählt Mariela“-Plakaten geschmückt.

 

*Das Departamento Huehuetenango gehört zum nordwestlichen Hochland und erhält mit einem indigenen Anteil von rund 85% noch immer eine große Sprachvielfalt und kulturelle Identität aufrecht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt auf dem Land, wo die Armut allerdings besonders groß und die Analphabetenrate sehr hoch ist

Februar 2010: Interview mit Familie Tomás

Micaela ist eines von  11 Kindern. Sie ist 29 Jahre alt und damit die Zweitälteste. Seit 5 Monaten arbeitet sie bei EducArte als Köchin und Reinigungskraft. Ihre beiden Söhne, Willy und Selvin, wie auch ihre beiden jüngsten Schwestern, Mariela und Evelin, kommen schon seit Jahren zu EducArte. Micaela und ihre Familie lebt bei ihren Eltern, mit sechs ihrer Geschwister und deren Kindern auf einem kleinen Grundstück. Sie haben ein kleines Zimmer und eine winzige Küche. Ein kleines Häuschen steht ein wenig entfernt und dient als Gemeinschaftstoilette. Es gibt zwar Wasser, aber den Strom bekommen sie vom Nachbarn. Ich habe mit Micaela gesprochen und sie hat mir ihre Geschichte erzählt:

Eileen: Micaela, wo kommt deine Familie ursprünglich her?

Micaela: Als ich 9 Jahre alt war kamen wir aus einem kleinen Dorf im Departamento Huehuetenango*  hier her. Es gab dort keine Arbeit und wenn die Ernten schlecht waren, hatten wir gar nichts. Hier in Ciudad Vieja ist es zwar auch nicht einfach, aber von dem bisschen Geld, das wir verdienen, können wir wenigstens leben. Zur Zeit gehen meine Eltern und Geschwister Kaffeepflücken.

Eileen: Welche Sprache sprecht ihr zu Hause?

Micaela: Wir sprechen ursprünglich Q’anjob’al, aber mit meinen Kindern spreche ich nur Spanisch. Ich möchte lieber, dass sie gut Spanisch lernen, damit sie keine Probleme in der Schule haben und richtig lernen können. Q’anjob’al sprechen eigentlich nur noch meine Eltern.

Eileen: Wie kamst du zu der Arbeit bei EducArte?

Micaela: Ich habe vorher als Hausmädchen gearbeitet, aber da kam ich immer erst 8 Uhr abends nach Hause. Da schliefen meine Kinder meist schon, ohne vorher gegessen zu haben. Als ich hörte, dass EducArte eine Köchin sucht, habe ich mich sofort vorgestellt. Ich mag die Arbeit sehr, vor allem wegen der Kinder.

Eileen: Was gefällt dir an EducArte?

Micaela: Meine Kinder und Geschwister waren die ersten Kinder bei EducArte. Damals war es noch keine Schule, sondern ein Freizeitprojekt. Mir gefällt einfach, was sie den Kindern beibringen und wie sie unterrichten, auch neben dem Schulunterricht. Außerdem unterstützen  sie auch uns sehr (Anm. Damit meint sie das Patenschaftsprogramm und die soziale Familienhilfe bei EducArte).

Eileen: Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Kinder?

Micaela: Ich möchte, dass meine Söhne studieren, am liebsten Architektur. Ich habe nie lesen gelernt. Auch wenn ich es nie geschafft habe, so will ich alles dafür tun, damit aus ihnen etwas wird. Dafür arbeite ich.

Mariela ist ist Micaelas Schwester und seit 5 Jahren bei EducArte. Sie mag die Schule sehr, vor allem die Lehrer seien toll. Sie wünscht sich, alle Klassen zu bestehen und möchte später mal Sekretärin werden. Für ihre nähere Zukunft hat sie allerdings ein anderes Ziel. Sie möchte nämlich zur Miss Karneval 2010 gewählt werden und hat dafür schon die gesamte Schule mit „Wählt Mariela“-Plakaten geschmückt.

 

*Das Departamento Huehuetenango gehört zum nordwestlichen Hochland und erhält mit einem indigenen Anteil von rund 85% noch immer eine große Sprachvielfalt und kulturelle Identität aufrecht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt auf dem Land, wo die Armut allerdings besonders groß und die Analphabetenrate sehr hoch ist.