Muttertag 2009

„Eine Mutter kann viele Kinder haben, aber jedes Kind hat nur eine Mutter“. Mit diesem Zitat eröffnete Jesús (Bild 3) die alljährliche Muttertagsfeier. Jedes Jahr am 10. Mai ist Muttertag in Guatemala. In diesem Jahr fiel dieser auf den Sonntag, so dass er bei EducArte schon am Freitag gefeiert wurde. Dazu waren alle Mamas eingeladen, welche auch zahlreich erschienen. Die Kinder und Lehrer hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, wobei auch die Mamas eingebunden wurden. Jede Gruppe hatte seine Tanzeinlage und zwischen diesen gab es Spiele für die Mamas, bei denen sie auch etwas gewinnen konnten. So mussten sie tanzen, Luftballons zum Platzen bringen und „Reise nach Jerusalem“ spielen. Und während viele Mamas verschüchtert nach unten schauten und sich eher zurückhaltend verhielten, wollten die Kinder gar nicht mehr von der Bühne herunter. Der Hauptakt des Festes war das einstudierte Theaterstück. Edgar (Bild 8) führte das Publikum als Erzähler durch das Märchen „Schneewittchen“ und die 11 kleinen Darsteller ließen ihren schauspielerischen Talenten freien Lauf. Abschließend wollte der Chor unbedingt sein Lied zum Besten geben, was eigentlich nicht geplant war, denn dieser hatte erst kürzlich mit den Proben begonnen, was man dann an der ein oder anderen Stelle auch deutlich heraushören konnte. Aber die Kinder waren glücklich und die Mamas waren es auch. Es war ein gelungener Nachmittag, der damit endete, daß Profe(sor) Rafael den Frauen seine Wertschätzung mitteilte und jede Mama eine selbstgebastelte Blume erhielt.

Karneval 2009

Vielleicht nicht ganz so bekannt und aufwendig wie in Rio de Janeiro, jedoch nicht weniger aufregend ist der Karneval für die Kinder in Guatemala. Wer sich kein Kostüm kaufen kann, was die meisten betrifft, der bastelt sich entweder eins oder leiht sich etwas aus dem Fundus von EducArte. Eines der Hauptereignisse des Festes ist die Wahl der „Miss Karneval“. Doch vorher wird über das Wählen generell geredet. Jedes Kind hat eine Stimme. Die Wahl ist geheim und um sie noch authentischer zu gestalten wird die Teilnahme mit einem Fingerabdruck bestätigt. Außerdem werden die Kinder dazu angehalten, genau darüber nachzudenken, wen sie wählen und warum. Darüber können sie sich während des Umzugs Gedanken machen. Der Karnevalsumzug bezieht sich nur auf das Viertel, wo sich die Schule befindet, ist allerdings besonders für die ganz Kleinen dennoch ein ordentlicher Spaziergang. Dabei ist es ganz typisch, dass man die Banner der Schule trägt wie auch sehr oft die guatemaltekische Fahne. Wieder in der Schule angekommen, beginnt die Misswahl. Gewählt wird eine Miss Karneval der kleinen Gruppen und eine aus den höheren Graden. Anschließend gibt es einen kleinen Imbiss bestehend aus belegtem Brot und Popcorn. Die Kinder lieben Popcorn. Bevor das Wahlergebnis bekannt gegeben wird, tragen Victor, Byron und Catalino mit Volontärin Sarah ein selbstgedichtetes Lied über EducArte vor, dessen Text wirklich ans Herz geht. Singen die drei doch darüber, daß sie sich ein glückliches Guatemala und EducArte für alle Kinder wünschen. Gaby und Flory werden als Siegerinnen der Misswahl bekanntgegeben und gefeiert und schon wenige Sekunden danach werden alle Kinder ganz unruhig. Denn jetzt beginnt der Abschluss der Veranstaltung. Darauf hatten schon alle gewartet. Denn jetzt holen plötzlich alle ihre präparierten Eier aus den Taschen. Es ist Brauch, die Eier auszublasen und mit ganz winzigen Konfetti zu füllen. Diese werden dann auf den Köpfen der anderen zerschlagen und der Spaß beginnt. Ich habe noch Tage später die Überreste in meinen Kleidern gefunden.

Valentinstag 2009

Ja, der Valentinstag wird auch hier gefeiert, allerdings heißt er hier Tag der Zuneigung. Überall laufen Leute herum, die Blumen verkaufen. Die Kaufhäuser sind voller kitschiger Plüschherzen und dergleichen. In sämtlichen Läden dominiert die Farbe rot und für einen Moment vergisst man, was in diesem Geschäft eigentlich wirklich verkauft wird. Doch auch in den Schulen wird dieser Tag gefeiert, doch hier bezieht man sich eher auf die Zuneigung generell. So werden gleich zu Beginn die Kinder von Fressy dazu angeregt, diese Zuneigung einmal mehr offen zum Ausdruck zu bringen und Freunde und Mitschüler zu umarmen. Die gesamte Feier gilt den Kindern. Es wird gemeinsam gesungen und es werden verschiedene Spiele gespielt. (siehe Fotos 3-5): Tanzwettbewerb, Luftballon platzen lassen und Reise nach Jerusalem). Außerdem konnte mit Hilfe vieler Spenden eine Tombola veranstaltet werden. Abschließend gab es eine Piñata. Das ist nichts für schwache Nerven, kann ich euch sagen. Ein Kind, welches mit verbundenen Augen wie verrückt auf eine Papierfigur einschlägt, um deren Süßigkeiten-Inhalt herauzubekommen, und Kinder, die plötzlich nur noch Bonbons sehen und sich wie wild daraufstürzen, während dieses eine Kind noch immer den mit dem Stock herumwirbelt. Eine irre Tradition ist das.